Jugendkultur in der ganzen Stadt
Vom Sprayer zum Riesenspreizer

Greven -

Nur gut, dass das ehemalige Flüchtlingsheim an der Nordwalder Straße bald abgerissen wird. Lichtschlangen ringeln sich durch die Zimmer. In einem Raum werden Farben gemischt. Und dann bläst Victoria Loos aus dem Team Jugendarbeit der Stadt zum Angriff auf die Wände: Farbe kleckst, Pistolen spritzen, Luftballons mit Pigmenten klatschen an die Wand. Hier herrscht der kreative Schrecken der Kunst.

Sonntag, 06.05.2018, 19:05 Uhr

Klecksen, was die Pinsel, Beutel und Pistolen hergeben. Im abbruchreifen Haus an der Nordwalder Straße ist alles erlaubt.
Klecksen, was die Pinsel, Beutel und Pistolen hergeben. Im abbruchreifen Haus an der Nordwalder Straße ist alles erlaubt. Foto: Günter Benning

Zum vierten Mal ist Greven am Samstagabend eine Stadt der Jugendkultur. Jugendliche warten auf den Discobus, der die 12- bis 14-Jährige mit Discolicht und Mucke von Aktion zu Aktion transportiert. Das Interesse ist schon am frühen Abend groß, die Aktion geht von 18 bis 22 Uhr.

Jugendkulturabend in Greven

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Mit Klecksern in den Haaren marschiert unser Reporter einmal über die Straße zum Bahnhofsparkhaus. Hier hat die Caritas das Sagen. „Schön, dass jetzt noch mehr Verbände teilnehmen“, sagt die Caritas-Suchtberaterin Christina Tuttmann. Neben den Jugendamtsmitarbeitern sind das THW, die Malteser, die Pfadfinder im Boot.

Über das Parkdeck rast Moritz Schulte mit seinem BMX-Rad. Kleiner Anlauf – und schon fliegt er über ein Hindernis. Nebenan steht ein anderer BMXer: „Ich trau mich noch nicht.“ Aber an diesem Abend konnte lange geübt werden.

Etwas weiter entfernt sprüht Profi-Graffiti-Sprayer Chris Helmig die Umrisse eines Bildes auf die Wand, während Lucia Borgmann schon eine Sprühdose parat an, um das Kunstwerk zu vollenden.

Alles ganz legal. „Die Stadt hat die Wand zur Verfügung gestellt“, sagt Helmig, „das ist doch klasse.“

Auf dem Parkdeck an der Martinischule bauen währenddessen Joshua Hoven, Johannes Reppenhorst und Hendrik Wietheger einen Go-Cart-Parcour auf. Wiethegger: „Die Wagen haben wir vom Ferienhof Wiggers bekommen.“ Die Pfadfinder aus St. Josef betreuen diese Aktion und laden die Jugendlichen später im Dunkeln auch noch zum Lagerfeuer mit Kreativaktionen auf den Martini-Schulhof ein. Im Pfarrheim St. Liudger müssen Jugendliche durch gescheite Antworten versuchen, aus geheimnisvollen Gefängnissen zu entkommen. Ein Spiel, bei dem es auf Teamwork ankommt. Kreativ ist man natürlich auch in Reckenfeld, wo Jugendliche neben der Erlöserkirche aus der Restekiste neue Kunstwerke basteln. Sehr bunt.

Unter der Emsbrücke Schöneflieth hat das Technische Hilfswerk seine Jugendgruppe entsandt. Die Kids mit ihren Leitern stehen dort in blauer Arbeitskluft, mit gelben Helmen und demonstrieren, was zu ihrem Job gehört. Daneben der Riesenspreizer.

„Das ist ein Gerät, mit dem die Feuerwehr Autos kaputt macht“, sagt Jan Adick. Im guten Sinne, denn es geht darum, Unfallopfer zu retten.

Leon Berrisa, ebenfalls einer der vier Jugendgruppenleiter, findet die Aktion in der Stadt gut: „Da können wir mal zeigen, was wir so machen.“ Zum Beispiel pumpen am Kanal oder Funklehrgänge.

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