YouTube-Star wird abgefeiert
ApoRed lässt das Kesselhaus beben

Greven -

Er ist umstritten und extrem erfolgreich, der YouTuber ApoRed. Sein bürgerlicher Name: Ahmad Nadim Ahadi. Am Samstagabend war er zu Gast im Kesselhaus.

Sonntag, 13.05.2018, 20:05 Uhr

Der Star scheut das Bad in der Menge nicht. 200 Besucher durften rein, mehr ging nicht. Mit Smartphones wurde das Geschehen vielfach festgehalten.
Der Star scheut das Bad in der Menge nicht. 200 Besucher durften rein, mehr ging nicht. Mit Smartphones wurde das Geschehen vielfach festgehalten. Foto: Luca Pals

Über zwei Millionen Menschen schauen sich regelmäßig seine Videos an. Insgesamt wurden seine 200 Filme, die er auf YouTube hochgeladen hat, 330 Millionen Mal angeklickt. Angefangen als „Lets Player“ machte er sich einen Namen mit Filmen über Lifestyle, drehte Clips eigener Rap-Songs und legte Menschen auf der Straße rein – sogenannte „Prank“-Videos. Gemeint ist der YouTuber ApoRed, sein bürgerlicher Name: Ahmad Nadim Ahadi. Am Samstagabend war er zu Gast im Kesselhaus.

Den Star nach Greven zu holen – das hatte das Team Jugendarbeit Greven in Kooperation mit dem Kesselhaus und der mobilen Jugendarbeit Hansaviertel geschafft. Das Programm ist Teil des Jugendkulturrucksacks. Georg Dodt freute sich: „Wir haben gute Kontakte in die Szene, weil wir viele Konzerte für Jugendliche ausrichten.“

ApoRed sorgte für ein mehr als volles Kesselhaus. Die Schlange vor dem Eingang erstreckte sich bis zum Baumarkt, nachdem der 200. Gast bezahlt hatte, musste die Kasse schließen – mehr ging nicht. Dodt: „Wir haben schon mit so einem Andrang gerechnet. ApoRed ist ein großer Star der Jugend.“

Besonders der Zwölf- bis 15-Jährigen, wie man unschwer erkennen kann. Sie können den Auftritt ihres Idols kaum abwarten. Unter der Prominenz litt hingegen das Rest-Programm: Sei es Fifa-Turnier auf der Playstation, MakeUp-Tutorial oder der Waffelverkauf – die Grevener Jugendarbeit hatte an vieles gedacht, wirklich angenommen wurde es nicht. Bereits eine Stunde vor dem Auftritt drängelten sich die Jugendlichen um die besten Plätze an der Bühne: Warten auf den Star.

Bereits seit Donnerstag war der YouTuber in Greven unterwegs, drehte mit den Kids im Hansaviertel Videos. Dodt beschrieb die Arbeit mit dem Star als „super“: „Sie haben direkt Tipps vom Profi bekommen, ihnen wurde gezeigt, was beim Drehen mit anderen erlaubt ist.“ Die Tipps nehmen die Grevener gerne auf, einige von ihnen haben bereits eigene YouTube-Kanäle. ApoRed warnt aber: „Jeder soll später das machen, wofür er brennt. Jeder sollte aber auch realistisch sein.“ Bedeutet: „Die Kids müssen einen festen Boden haben. Ich habe auch erst mein Abitur zu Ende gemacht.“ Und: „Natürlich finde ich das klasse, wenn die Jugendlichen sich künstlerisch ausleben.“

Das fing bei ihm mit sogenannten „Gaming-Videos“ an: Beim Spiel an der Konsole kommentierte er für seine Fans das Spiel. Es ist nicht dabei geblieben: Die Klick-Zahlen gingen durch die Decke, seine Fan-Basis wurde immer größer. Er sagt: „Ich habe kein Erfolgsrezept. Es macht mir einfach Spaß, das ist eine Leidenschaft für mich.“ Also: „Alles tutti frutti.“

Und die Arbeit in den letzten Tagen? „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit den Jugendlichen zu arbeiten, zu zeigen, was richtige Qualität ausmacht.“ Denn: „Junge Menschen sind unsere Zukunft.“ Die gedrehten Videos – das Produkt von vier Wochen Arbeit – wurden am Samstagabend gezeigt.

Als er dann endlich den Raum betritt, gibt es für die Fans kein Halten mehr. Ein Handy-Meer nimmt ihn in Empfang. Jeder filmt den großen Augenblick und so manche bekommt beim Anblick des Idols einen wahren Schwächeanfall – ein richtiger Star eben.

Einer zum Anfassen. Nach seinem Auftritt nahm er sich Zeit: Autogramme geben, Selfies schießen – bei über 200 jungen Menschen kann das schon sehr lange dauern.

Als alles vorbei ist, gehen glücklich Jugendliche mit guten Erinnerungen nach Hause – so wie es Dodt wollte: „Wir wollten den Jugendlichen das bieten, was sie fasziniert.“ Dabei habe die Jugendarbeit „klar gegen den Strich gebürstet“, so Dodt. Denn klar ist: Die Zahl seiner Fans ist hoch, die Zahl der Skeptiker ebenfalls.Das Musikvideo „Every Saturday Remix“ bekam 80 000 „Dislikes“ und machte ApoRed zum „unbeliebtesten YouTuber.“ Das Video, in dem er Passanten eine Tasche zuwarf und behauptete sie beinhalte eine Bombe, verängstigte Passanten und entfachte eine öffentliche Diskussion und brachte ihm eine Haftstrafe auf Bewährung ein.

Die Jugendarbeit habe den Auftritt daher lange diskutiert und sich am Ende dafür entschieden. Dodt: „Die Kids müssen sich mit den positiven und den negativen Seiten dieses Geschäftes auseinander setzen. Wir wollen ihnen alle Ecken zeigen, haben uns daher extra gegen den politisch korrekten YouTuber entschieden.“

Youtube-Star ApoRed in Greven

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