Ghanaische Delegation besucht den Sachsenhof
„In Ghana sieht es ähnlich aus“

Greven -

Ernest Assampondaa ist von Beruf Lehrer – aber er besitzt auch eine kleine Landwirtschaft in Ghana: „In den ländlichen Regionen von Ghana sieht es heute noch genauso aus wie hier“, sagt er bei einem Besuch auf dem Grevener Sachsenhof.

Donnerstag, 17.05.2018, 10:05 Uhr

Gastgeber und Ghanaer im Haupthaus des Sachsenhofes.
Gastgeber und Ghanaer im Haupthaus des Sachsenhofes. Foto: pal

„Wir können das sehr gut nachvollziehen.“ Die Ghana-Delegation der Partnergemeinde St. Anna in Bongo aus dem Norden Ghanas ist jetzt schon einige Tage in Greven unterwegs. Gemeinsam mit Mitgliedern der St. Martinus-Kirchengemeinde besuchen die Gäste Kitas, Schulen oder die Kläranlagen. Am Montag ging es zu Liesel Drexler – auf den Sachsenhof.

Für die drei Ghanaer Ernest Assampondaa, Rose Adongo und Father Clement Ajongba ein besonderes Erlebnis, erklärt Assampondaa. Er selber sei mit Tieren und einer großen Familie unter einem Dach aufgewachsen, das Trinkwasser wurde zum Kühlen in Behälter gelagert.

Sie ähneln den Töpfen, die Liesel Drexler den Gästen auf dem Sachsenhof zeigte. Ajongba, in seiner Heimat als Kaplan tätig, nimmt daraus eine wichtige Botschaft mit: „Wir wissen, dass es auch in Deutschland einst so ausgesehen hat. Aber Deutschland hat eine große Entwicklung gemacht. Das macht Hoffnung, dass auch wir diese Entwicklung nehmen werden.“ Damit sprechen die Afrikaner genau das aus, was Helga Verlage vom Ghanakreis der St. Martinus-Gemeinde sich erhofft hatte: „Schon vor einigen Jahren waren wir mit einer Delegation auf dem Sachsenhof, sie haben uns gesagt, wie sehr es sie an Zuhause erinnert. Es ist wichtig, zu zeigen, dass auch wir einmal so angefangen haben.“

Und so sehen die Ghanaer, wie Suppe auf offener Flamme gekocht wird, die Häuser vor 1000 von Jahren aussahen und eine Familie mit Vieh unter einem Dach lebte. Drexler, die ihre Führung selten auf Englisch abhalten muss, dafür aber gut mit der Sprache klar kommt, sagt: „Wir wollen den Sachsenhof mit Leben füllen.“

Ein Höhepunkt des 20-tägigen Deutschland-Aufenthaltes war für die Ghanaer der Auftritt auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster. Die Podiumsdiskussion rund um Patenschaften und gemeinsamen Austausch zwischen den Ländern empfanden alle drei als „sehr spannend“, „super wichtig“ und messen dem Auftritt auch eine „nationale Bedeutung für Ghana“ zu.

Die Patenschaft zwischen St. Martinus und St. Anna gibt es seit 29 Jahren, in dieser Woche besucht die Delegation eine Schule in Emsdetten sowie die Martini-Grundschule und die Gesamtschule Greven.

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