Betrügerin musste mit Handschellen ins Gericht
Zehn Namen und ein Jahr in Uruguay

Greven / Rheine -

Für drei Jahre muss eine 65-jährige Frau mit zehn verschiedenen Namen, die sie sich selbst für betrügerische Zwecke gegeben hat, ins Gefängnis.

Freitag, 18.05.2018, 15:05 Uhr

 
  Foto: dpa

Die Vorwürfe: vierfacher Betruges, auch in Verbindung mit gestohlenen Autokennzeichen, Diebstahl, Unterschlagung, Vorenthaltung von Sozialbeiträgen und dreifacher Urkundenfälschung. Sie wurde am Dienstag in Handschellen beim Schöffengericht in Rheine aus der Untersuchungshaft vorgeführt und blieb nach dem Urteil im Gefängnis.

Zuletzt wohnte sie in einer Gartenanlage in Mühlhausen. Viele Jahre war sie für die Justiz nicht greifbar und hatte an verschiedenen Stellen im Kreis Steinfurt gewohnt, bevor sie für ein Jahr nach Uruguay ging. Der Schaden, den sie mit ihren Betrugstaten angerichtet hat, liegt bei 16 000 Euro.

Von Beruf ist die 65-Jährige Diätassistentin und Küchenmeisterin. In einer Anklage von Juli 2013 warf die Staatsanwaltschaft ihr Diebstahl und Urkundenfälschung zwischen 2011 und 2012 in Greven und anderen Orten vor. So unterschlug sie ein Fahrzeug, obwohl das Landgericht ihr die Herausgabe mit einem Urteil auferlegt hatte, und fuhr damit bis September 2012 im Kreis Steinfurt. Die gestohlenen Kennzeichen stammten von einem Fahrzeug aus Greven.

In der zweiten Anklage ging es um einen Mietbetrug in Altenberge im Jahr 2014, wo sie ein Haus für 1505 Euro warm mietete, die Miete aber nie entrichtete. Als sie die Räumungsklage erhielt, flüchtete sie in einer Nacht- und Nebelaktion und hinterließ Mietschulden von 4514 Euro.

Die dritte Anklage warf ihr diverse Straftaten in Steinfurt und anderen Orten vor.

So soll sie, als sie Zeitungen austrug, 2013 einen Autoschlüssel, der an einem Schlüsselbund in der Tür hing, mitgenommen und den dazugehörigen Fiat vor der Tür gestohlen haben.

Ein Jahr lang kurvte sie damit im Kreis Steinfurt wieder mit gestohlenen Nummernschildern aus Greven herum, bevor sie das Fahrzeug über Ebay-Kleinanzeigen in die Niederlande für 5500 Euro verkaufte. Dabei fälschte sie einen Personalausweis, Papiere und legte Rechnungen für Ersatzteile von einem Autohändler in Steinfurt vor. Der Kunde zahlte 5000 Euro an. Bei der Auslieferung fielen ihm die echten Nummernschilder hinten im Auto auf, die die Frau vergessen hatte. Der Käufer informierte die Polizei, das Fahrzeug ging an seinen rechtmäßigen Besitzer zurück. Der Niederländer hatte das Nachsehen, die 5000 Euro sah er nicht wieder. Und so setzte sich die Serie von Betrugstaten fort. Jetzt muss die resolut wirkende Gefangene für lange Zeit hinter Gitter. Sie war erheblich vorbestraft, aber noch nie zuvor im Gefängnis gewesen.

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