Tiro-Consult hilft bei der Karriere
Jeder hat sein Potenzial

Greven -

Karriereberatung, das ist der Schwerpunkt im Geschäft der studierten Deutsch-, Geschichts- und -Wirtschaftslehrerin Martina Reske. Sie stammt aus Münster, lebt in Greven.

Dienstag, 29.05.2018, 23:45 Uhr

Martina Reske hat Tiro Consult vor zehn Jahren gegründet.
Martina Reske hat Tiro Consult vor zehn Jahren gegründet. Foto: Günter Benning

Klassische Corbusier -Sessel, ein antiker Stuhl in der Ecke, hübsche Kunstdrucke an der Wand. Wer Martina Reske (62) in ihrem Büro an der Alten Münsterstraße besucht, wird vom Hauch kultivierten Bürgertums empfangen. So residiert, wer es geschafft hat. Ein Signal an die Kunden von Tiro Consult. „Tirare“, sagt die Gründerin, „heißt auf lateinisch ziehen. Tiro, ich ziehe.“ Das hervorgehobene „O“ im Firmenlogo soll andeuten, dass hier im ganzheitlichen Sinne ge- und erzogen wird.

Karriereberatung, das ist der Schwerpunkt im Geschäft der studierten Deutsch-, Geschichts- und -Wirtschaftslehrerin. Sie stammt aus Münster, lebt in Greven und hat ihr Studium in einer Zeit absolviert, als die Akademiker-Schwemme dafür sorgte, dass die Wege in die Staatsdienst holprig wurden. „Auch mit einer eins vor dem Komma“, ergänzt sie. Hindernisse können auch bereichern, Reske hat an der VHS unterrichtet, im Handwerk, außerdem ein paar Semester Psychologie studiert. Als sie dann doch im Schuldienst landetet, hat sie sich um die Lehrerfortbildung gekümmert, „landesweit“.

Was sie dabei lernte: Schule bereite schlecht auf das Berufsleben vor. Praktika sind oft nicht mehr „als ein Schmarren“. Das soziale Umfeld bestimme, dass der Schuster bei seinen Leisten bleibe. Sie selber hat ihre zwei Söhne durchs Abitur und Studium gebracht. Und heute denkt sie, lässig im Sessel ihres Arbeitsstudios sitzend, „sowas wie wir machen, hätte es damals geben müssen.“

Mit Tiro Consult hat sich Martina Reske vor zehn Jahren selbstständig gemacht. In einem bahnhofsnahen Büro in Münster. Die Kundschaft kommt aus dem ganzen Bundesgebiet: „Von München bis Usedom, von Hamburg bis Aachen“.

Die Werbung läuft per Mundpropaganda, und darum hat es ihr nicht geschadet, dass sie vor einem drei Viertel Jahr mit dem Büro nach Greven umzog. Der Vermieter hatte Eigenbedarf. „Aber hier bin ich eigentlich besser zu erreichen“, sagt sie. Autobahn, Bahn, auch der Flughafen – für die Kundschaft ist es bequemer.

Aber wer sind ihre Kunden? Schüler vor dem Abi, die Orientierung brauchen. Studenten, die sie verloren haben. Examenskandidaten, mit Prüfungsangst. Und Eltern, die sich Sorgen machen. „Ein Kunde“, sagt Martina Reske, „ist seit vier Jahren dabei.“ Manche kommen nur einen Tag zur Potenzialanalyse. Die Beratungsgebühr ist nicht von Pappe, aber der Erfolg, sagt die Karriereberaterin ist es auch nicht: „Eigentlich 100 Prozent, ich wüsste keinen Fall, wo unsere Beratung nicht geholfen hätte.“

Martina Reske spricht oft im Plural, denn zu Tiro Consult gehört ein Beraternetz. Psychologen, Volkswirtschaftler, Kommunikationsanalytiker und ein ehemaliger Regierungsschuldirektor. Sie werden bei Bedarf konsultiert, sagt Reske, „wir machen auch gemeinsame Fallberatungen“.

Am Anfang jeder Beratung steht eine Potenzialanalyse. Die kann schon mal zwölf Stunden dauern, an ihrem Ende weiß die Beraterin genauer, wohin es mit ihrem Kunden gehen könnte. „Heute kann man Abinoten nicht trauen, und auch die Hochschulen werden in der Wirtschaft unterschiedlich bewertet“, sagt sie. Wer Karriereplanung treibe, müsse genau wissen, wo er sich mit seinem Profil am sinnvollsten bewerben kann.

Zielgerichtet soll es sein, deshalb hält sie auch nichts von der Sprunghaftigkeit der Generation Praktikum, die mal hier, mal da schnuppert. „Ein Praktikum sollte ein halbes Jahr dauern, damit es etwas bringt“, sagt Reske.

Neben der Karriereberatung bietet Tiro Consult Rat für Berufstätige, Wiedereinsteiger und Unternehmen an. Zum Beispiel eine „Outplacement“-Beratung. Interessantes Wort für eine schwierige Sache: „Wenn sich Unternehmen von Mitarbeitern trennen, helfen wir den Leuten bei der Jobsuche.“ Vorteil für das entlassende Unternehmen: Die Atmosphäre bleibt erträglich. Und der Ruf nimmt keinen Schaden.

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