Entsorgungsunternehmen Ahlert erweitert
Sechs Fußballfelder für Wertstoffe

Reckenfeld -

Jahrelang wurde geplant – nun rücken endlich die Bagger an. Die Betriebserweiterung des Entsorgungsunternehmens Ahlert an der Werner-von-Siemens-Straße ist angelaufen.

Donnerstag, 07.06.2018, 11:31 Uhr

Inzwischen sind auf dem Areal die Erschließungsarbeiten angelaufen. Bis Ende des Jahres soll die Fläche so hergerichtet sein, dass sie nutzbar ist.
Inzwischen sind auf dem Areal die Erschließungsarbeiten angelaufen. Bis Ende des Jahres soll die Fläche so hergerichtet sein, dass sie nutzbar ist.

Aktuell hat das Unternehmen drei Hektar Fläche zur Verfügung – auf dem bisherigen Acker direkt nebenan können bis zu vier weitere Hektar (40 000 Quadratmeter) hinzukommen – eine Fläche so groß wie etwa sechs Fußballfelder.

Die werden aber nicht in einem Zug erschlossen. Die Erweiterung wird „in mehreren Ausbaustufen“ erfolgen, wie Firmeninhaber Bernhard Ahlert auf Anfrage unserer Zeitung erläutert. Klar aber ist: „Wir erweitern den bestehenden Betrieb über die Bahngleise hinaus. Einige Betriebsteile werden vom alten aufs neue Gelände verlagert.“ Dazu gehöre etwa jener Bereich, in dem Grünschnitt angenommen werde.

Die Verlagerung wiederum schafft Platz für Erweiterungen auf dem alten (jetzigen) Betriebsgelände. So soll unter anderem der Altpapier-Bereich ausgeweitet werden. Ein wichtiger, aber nicht der einzige Grund für die Expansion, wie Bernhard Ahlert betont. „Wir brauchen mehr Platz für den Fuhrpark, wir haben mehr Mitarbeiter, die Bewegungsflächen waren einfach zu klein.“

Dem Baustart sei eine komplexe Genehmigung vorausgegangen. Nun aber habe man endlich starten können. Das Fundament der Fläche ist vorbereitet, aktuell finden Erschließungsarbeiten statt. Die Herstellung der Fläche soll nun zügig erledigt werden. „Aber nicht so schnell wie bei Fiege“, sagt Ahlert schmunzelnd über ein anderes Expansions-Projekt einige hundert Meter entfernt.

Ziel ist es, die Oberfläche des ersten Bauabschnittes Ende des Jahres fertig zu haben. „Dann werden wir die Siloboxen errichten. Auch einen Hallenneubau für Abfallbehandlung und -umschlag wird es geben.“ Im ersten Schritt investiert Ahlert, der lieber von Rohstoffen als von Abfällen spricht, nach einer vorsichtigen Schätzung rund 1,5 Millionen Euro.

Dass für die Erweiterung das direkte Nachbargrundstück genutzt werden kann, geht auf das Engagement der Grevener Wirtschaftsförderung zurück, die Ahlert ausdrücklich lobt. Diese habe mit mehreren Landwirten einen Ringtausch von Flächen organisiert, so dass Ahlert das Areal schließlich direkt von der Stadt habe kaufen können.

Dass Ahlert erweitert, darf sicher als Zeichen gut laufender Geschäfte gewertet werden. Es gebe „viel Arbeit“, die Aufgaben der Branche seine „sehr aufwendig“, räumt Ahlert ein. Zugleich tritt er deutlich auf die Euphorie-Bremse. Man habe mit den selben Problemen zu kämpfen wie viele andere Unternehmer auch. Es gebe „ständige Gesetzesänderung“, zuletzt etwa die Novellierung der europäischen Datenschutzgrundverordnung, „mit der wir uns wie alle herumschlagen müssen“. Hinzu komme das Problem, ausreichend Kraftfahrer zu finden. „Wir suchen händeringend“, sagt Ahlert. Der Markt gebe Fachkräfte nur begrenzt her. „Es ist also nicht alles spaßig, aber es hilft ja nichts.“

Ahlert versucht nach eigene Angaben im Übrigen, beim Ausbau der Fläche „vorwiegend mit hiesigen Firmen zusammenzuarbeiten“. Die aktuell laufenden Arbeiten habe man beispielsweise in die Hände des Rechenfelder Unternehmens Stückenschneider gelegt.

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