Berufe zum begreifen – eine Ausstellung im Ballenlager
Ausflug in die unbekannte Jobwelt

Greven -

Jugendliche dürfen Jobs anfassen. Berufe zum berühren gab es am Mittwoch im Ballenlager.

Donnerstag, 07.06.2018, 12:00 Uhr

Anna Schulze (r.) lässt sich von Brigitte Wenzel über Jobs in Zahnarztpraxen informieren.
Anna Schulze (r.) lässt sich von Brigitte Wenzel über Jobs in Zahnarztpraxen informieren. Foto: Günter Benning

Anne Schulze schaut dem Gummikopf ins Gebiss: „Interessant“, sagt die Schülerin der Anne-Frank-Realschule. Sie hat zwar schon einmal ein Praktikum in einer Zahnarztpraxis absolviert, aber im Ballenlager gab es gestern Zusatzinfos.

„Berufe begreifen“, das war dort angesagt. Achtklässler der Realschule, der Gesamtschule und der Schule an der Ems konnten begreifen, was sie vielleicht einmal in ihrem Beruf machen werden.

„Viele unserer Schüler gehen auf weiterführende Schulen“, sagt Cornelia Bögner , Berufskoordinatorin der Realschule. Und das oft, weil sie keine wirkliche Vorstellung von Alternativen haben. Zum Beispiel von der Arbeit der Technischen Betriebe Grevens. Tobias Bergschneider hat gerade zwei Schülern ein digitales Messgerät erklärt, dann müssen sie mal auf die Knie gehen, um einen Quadratmeter zu Boden zu bearbeiten: „Pflastern, im Herbst Bäume beschneiden, dann der Winterdienst – das machen wir alles. Und es ist wirklich vielfältig.“

Organisiert hat das Berufe-Happening die Grevener Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) mit Lernen fördern und dem Technikzentrum-Verein. „Wir mussten die Firmen nicht überreden, zu kommen“, sagt Jennifer Schmitz von Lernen fördern. Tatsächlich fehlt oft im handwerklichen Bereich der Nachwuchs. „Für unsere kaufmännischen Berufe gibt es noch reichlich Bewerber“, erklärt Miriam Rensmann vom Grevener Textilunternehmen Setex, „aber bei den gewerblichen Berufen ist es eng.“ Setex, das durch Umstrukturierungen im vergangenen Jahr auf mittlerweile 220 Mitarbeiter gewachsen ist, sucht dringend Maschinenführer. Am besten schon ausgebildet. Den Stand des Unternehmens hatten die eigenen Azubis gestaltet – mit einem Matratzenpuzzle und Geschicklichkeitsspielen.

Berufe und Geschlecht, da gibt es viele Klischees. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben, erinnert sich daran, dass sie vor ihrem Architekturstudium in der Lehrwerkstatt der Kreishandwerkerschaft gelernt hat: „Danach konnte ich meine Modelle bauen.“

Auf dem Tisch von Florian Schneider und Till Stock lag eine Babypuppe. Die beiden arbeiten in einer Kinderland-Kita: „Drei Männer, 20 Frauen.“ Schneider hat seine Ausbildung beendet – gleichzeitig mit dem Vollabitur. „Ich habe eine unbefristete Stelle“, sagt er, „und die Bezahlung ist auch in Ordnung.“

Natürlich spielt für viele der Achtklässler der spätere Lohn eine Rolle. Das weiß auch Beraterin Brigitte Wenzel von der Zahnärztekammer: „Die Ausbildungsvergütung für zahnmedizinische Fachangestellte ist gut“, sagt sie. „Später gibt es viele Möglichkeiten der Weiterbildung.“ Die zahlen sich aus. Ein weiterer Vorteil: Zahnärzte gebe es überall. Und Teilzeitmöglichkeiten würden auch reichlich geboten.

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