Heimatverein präsentiert zehn Schaltkasten-Folien
Geschichtskur für Schandflecken

Greven -

Statt Graffiti ein ordentlicher Geschichtskurs. Auf Grevens Schaltkasten geht es noch pädagogischer zu.

Donnerstag, 14.06.2018, 09:41 Uhr

Heimatvereinsmitglieder und Förderer begutachten in der Alten Post die Folien für die Schaltkästen.
Heimatvereinsmitglieder und Förderer begutachten in der Alten Post die Folien für die Schaltkästen. Foto: Günter Benning

„Die Schaltkästen waren Schandflecke und vielen ein Dorn im Auge.“ Peter Hammelmann, Geschäftsführer von Greven Marketing, war am Mittwoch in der Alten Post ziemlich begeistert von den Bildern und Texten, die dort an Stellwänden hingen.

25 Schaltkästen will der Heimatverein mit historischen Fotos und erklärenden Texten bekleben. Quasi eine Geschichtskur für die grauen Flächen. Zehn von ihnen haben Autor Klaus Roth und Grafiker Ernie Huesmann bereits gestaltet. Krimi-Autor Roth: „Man kann leichter einen Roman von 500 Seiten schreiben, als die Informationen auf zehn Zeilen unterzubringen.“

Gestern waren einige Sponsoren zu Gast, denn ohne ihre Spenden, so Heimatvereinsvorsitzender Herbert Runde, könne man das Projekt nicht verwirklichen: „Schön ist, dass uns auch Privatleute bisher mit Spenden unterstützt haben.“

Volksbank-Vorstand Dietmar Dertwinkel fand es eine tolle Idee, „dass einem hier beim Gang durch die Stadt die Geschichte nahe gebracht wird“. So detailliert gibt es das bisher kaum. Wenn alle Kästen betextet sind, plant der Heimatverein einen historischen Flyer, den man dann als Grundlage für Stadtführungen nehmen kann.

Bisher habe sich der Verein, so Herbert Runde, noch auf Greven beschränkt. „Aber es gibt auch aus Schmedehausen Interesse.“ Schaltkästen stehen eben überall.

Die Ausstellung mit den historischen Folien kann übrigens noch bis Ende des Monats in der Alten Post besichtigt werden. Dabei hofft Klaus Roth noch auf manche Korrektur von alten Grevenern.

Denn auf vielen Fotos sind Gebäude zu sehen, deren exakten Standort man nur schwer erinnern kann. Und dann gibt es die Fehler, die auch nach wiederholtem Lesen im Text bleiben. Bei Otto‘s, zum Beispiel, hieß es, da habe man Bier, Schnaps und „Wertilgummi“ bekommen können. Es sollte natürlich „Ventilgummi“ heißen.

Während der Ausstellungseröffnung gab ein Grevener ein Glasbild ab, das er beim Aufräumen gefunden hatte. Das Haus mit den sieben Giebeln, das im Hook hinter Wesselmann gestanden hat. Ein Kuriosum – und schon lange abgerissen.

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