Reiling: Stadt sollte Grundstück am Jägerweg kaufen
Platz für Schule oder Wohnviertel

Reckenfeld -

Soll die Stadt Greven – quasi auf Vorrat – ein Grundstück für eine eventuelle weiterführende Schule in Reckenfeld kaufen? Ernst Reiling (Fraktion „Reckenfeld direkt“) sagt: Ja, unbedingt. Die Stadtverwaltung und eine Mehrheit der Politiker im Bezirksausschuss Reckenfeld sagen: Nein, auf keinen Fall.

Dienstag, 19.06.2018, 09:08 Uhr

Südlich des Jägerweges (am Containerstandort, gegenüber dem Friedhof) soll nach dem Willen von Ernst Reiling eine landwirtschaftliche Fläche als Standort für eine eventuelle Schule gekauft werden.
Südlich des Jägerweges (am Containerstandort, gegenüber dem Friedhof) soll nach dem Willen von Ernst Reiling eine landwirtschaftliche Fläche als Standort für eine eventuelle Schule gekauft werden.

Reiling sieht nicht nur Handlungsbedarf, sondern hat auch ein konkretes Areal im Auge: eine landwirtschaftlich genutzte Fläche gegenüber des Friedhofes am Jägerweg. „Ich behaupte ja nicht, dass wir zu 100 Prozent eine weiterführende Schule brauchen. Das ist offen. Aber wir müssen auf den Fall vorbereitet sein. Wenn das Grundstück nicht gebraucht wird, wird es halt ein Wohngebiet“, argumentierte Reiling. Ihm gehe es um „Zukunftssicherung durch Vorsorge“. Angesichts von Kita-Erweiterungen und -Neubauten sowie steigender Schülerzahlen sei es absehbar, dass es bald Bedarf für eine zusätzliche, weiterführende Schule in Greven gebe. Diese sollte nach Reilings Meinung in Reckenfeld platziert werden. „Am besten Nähe Wittlerdamm, dann profitiert auch der Sport.“ Reckenfeld wachse, zudem entstünden aktuell sehr viele neue Arbeitsplätze.

Deutliche Zurückhaltung war aus den anderen Redebeiträgen ablesbar. Andreas Hajek (CDU) etwa mahnte „konkrete Zahlen“ an, statt Forderungen „aus dem hohlen Bauch“ zu stellen. Die Schulfrage sei „im Zusammenhang mit ganz Greven zu sehen. Wenn hier Bedarf bestehen sollte, sind wir sicher alle dabei.“ Der aber sei eben (noch) nicht belegt. Solange dies nicht der Fall sei, müsse man abwarten. „Ich bin jedenfalls dagegen, hier ein Schülchen hinzusetzen.“

Auch Bernhard Sebastian (Grüne) ist für eine Gesamtbetrachtung der Grevener, und nicht allein der Reckenfelder Situation. Er hält gleichwohl eine Kooperation mit Emsdetten für vorstellbar – eine Art grenzübergreifende Sekundar- oder Gesamtschule. „Das wäre mal eine Idee.“ Reiling nahm das dankbar auf und sprach von über 100 Grevener Kindern, die keinen Platz an einer Grevener Schule erhalten. „Über 100? Da würde ich mal ein dickes Fragezeichen dran machen“, entgegnete Bürgermeister Peter Vennemeyer. „Wir sind bei rund 80. Aber wir haben auch über 80 Einpendler-Schüler.“ Zur Debatte sagte er: „Da kann man jetzt fragen: Warum hat das nicht geklappt an der Realschule? Paragraf 132c des Schulgesetztes lässt das zu.“ Er gab damit der Debatte um eine Beschulung von Hauptschülern an der AFR neue Nahrung. Aktuelle sei auch landespolitisch viel im Fluss. Und nicht zuletzt: Eine weitere weiterführende Schule müsse auch finanzierbar und genehmigungsfähig sein. Mit Blick auf Nachbarkommunen stellte er fest: „Da würden wir bei der Bezirksregierung nicht auf offene Türen stoßen. Mit Sicherheit nicht.“ Ergo: „Es besteht kein akuter Handlungsbedarf: Wenn es Bedarf gibt, werden wir uns kümmern“, sagte Vennemeyer.

Damit war Reiling natürlich nicht zufrieden: Manchmal dauere es Jahre, um über Ringtausch oder ähnliches passende Grundstücke in seinen Besitz zu bringen. Daher solle die Stadt jetzt handeln, statt weiter abzuwarten. Auch in Sachen Wohnraum bestehe dringender Bedarf. Ein Grundstück zu haben, dass im Falle eines Falles auch dafür genutzt werden könne, ist für Reiling ein großer strategischer Vorteil. „Wenn Sie jetzt kneifen, betreiben sie weder Vorsorge noch Zukunftssicherung für Reckenfeld. Den Vorwurf müssen Sie sich dann gefallen lassen.“ Er argumentiert letztlich erfolglos. Für den Grundstückskauf gab es im Ausschuss keine Mehrheit.

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