Messung am Kirchweg
Display erzieht Fahrer – zeitweise

Reckenfeld -

Rote Signalfarbe – die wirkt scheinbar immer. Rote Lehrer-Markierungen am Rande des Diktates oder der Rechenaufgabe, die rote Ampel – jeder weiß: hier ist Vorsicht geboten. Das klappt derzeit offenbar auch am Kirchweg. Dort steht derzeit ein so genanntes Verkehrsdialogdisplay (ein Wunsch des Bezirksausschusses). „Danke“ in grün heißt: alles okay, „Langsam“ in rot heißt: bremsen.

Freitag, 22.06.2018, 17:11 Uhr

Zwei Wochen lang wurde der Verkehr gemessen, der Richtung Ortsmitte rollte, inzwischen erfasst das Gerät den Verkehr, der ortsauswärts fährt. Überwiegend wird – wie hier dokumentiert – das Tempolimit eingehalten.
Zwei Wochen lang wurde der Verkehr gemessen, der Richtung Ortsmitte rollte, inzwischen erfasst das Gerät den Verkehr, der ortsauswärts fährt. Überwiegend wird – wie hier dokumentiert – das Tempolimit eingehalten. Foto: Oliver Hengst

Der Kirchweg, der die Reckenfelder Ortsmitte mit dem Jägerweg verbindet, ist in weiten Teilen schnurrgerade. Folge: Das stellenweise geltende Tempo 30 wird gerne missachtet, selbst an Tempo 50 halten sich viele nicht – problematisch auch wegen der Nähe zu einer Kita und einem Spielplatz. Immer wieder gibt es Beschwerden über Raser.

Also misst die Stadt derzeit nach und greift zugleich regulierend ein. Denn genau das macht das Display: Es zeigt an, ob man Tempo 30 einhält oder nicht, und es zeichnet zugleich die Zahl und das Tempo der Fahrzeuge auf. Anonym, niemand wird geblitzt. Und doch scheint das Display seine Wirkung zu entfalten.

In den ersten beiden Juni-Wochen passierten täglich zwischen 400 und 700 Fahrzeuge das Messgerät – montags und mittwochs sind die stärksten Tage, sonntags ist am wenigsten los. Da nur in eine Richtung gemessen wird, muss man diese Zahlen im Grunde verdoppeln. „Man kann also relativ sicher sagen, dass wir werktags etwa 1200 bis 1400 Fahrzeuge dort haben“, sagte André Kintrup nun bei der Vorstellung erster Ergebnisse im Ausschuss. Der Leiter des Geschäftsbereiches Verkehr und Grün im Rathaus erläuterte, dass 90 Prozent der passierenden Fahrzeuge Pkw seien. „Das ist etwa wie erwartet. Wir haben aber auch zwischen zehn und 30 Lieferwagen am Tag.“ Und: Pro Tag und Richtung werden etwa 100 Fahrräder registriert (deren Tempo jedoch keinen Eingang in die Berechnung der Durchschnittsgeschwindigkeit findet).

Apropos Tempo: „Die Durchschnittsgeschwindigkeit, die für uns ja maßgeblich ist, liegt zwischen 31 und 34 Kilometer pro Stunde“, sagte Kintrup. Diese Werte seien ermittelt worden, als das Display noch im Tempo 50-Bereich, ganz kurz vor dem Tempo 30-Schild, installiert war und jenen Verkehr erfasste, der Richtung Ortsmitte rollte. Inzwischen ist es so montiert worden, das die andere Richtung gemessen wird (also ortsauswärts, und das im Tempo 30-Bereich). Die im Ausschuss vorgestellten Werte beziehen sich somit ausschließlich auf den Verkehr, der aus Richtung Jägerweg kommt.

Die Anfang Juni gemessenen Daten sind hinsichtlich des Tempos laut Kintrup „im absolut erträglichen Rahmen. Das Tempo wird überwiegend eingehalten.“ Die maximal gemessene Geschwindigkeit lag bei Tempo 71. „Das kann aber auch mal eine Rettungswagen gewesen sein.“ Dieser Wert sei ein Einzelfall, man rede immerhin über rund 6000 Fahrzeuge im Messzeitraum.

Saskia Neufend (Reckenfeld direkt) freut sich über das Display, fürchtet jedoch, dass wieder mehr gerast wird, sobald es wieder abgebaut ist. Tatsächlich, bestätigte Kintrup, sei der Effekt, dass sich Autofahrer auf das Display einstellen. Nicht nur Bernhard Sebastian (Grüne) ist gespannt auf die Werte, die nun bei den Fahrten ortsauswärts ermittelt werden. „Die da wohnen, die sagen alle: Diese Werte können doch nicht sein. Die brettern ganz anders dadurch.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5841601?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Wie Kita-Kinder beim Wechsel zur Grundschule die Lust am Lernen behalten
Sind alle reif für die Schule: Samuel, Lena, Hana, Viktoria, Michael und Elias (v. l. n. r. ) und Ludger Lünenborg von Lernen Fördern e.V., Marina Hengstler, Leiterin des Kinderland-Verbundes Ibbenbüren, Heike Schöpper, Leiterin der Albert-Schweitzer-Grundschule in Ibbenbüren und Uta Wilbers, Leiterin Kinderland Ibbenbüren.
Nachrichten-Ticker