Ein Jahr „Leeres für Gutes“
Pfand sorgt für unerwarteten Erfolg

Greven -

Dieses Szenario kennen wohl viele: Vor dem Check-In schnell noch ein Biss ins Brötchen, ein Schluck aus der Wasserflasche und rein in die Personenkontrolle. Aber halt: Das Mitbringen von Getränken ist im Flieger verboten.

Freitag, 22.06.2018, 19:11 Uhr

Zwei gelbe Tonnen für Pfandflaschen sind der Grund zur Freude: Landrat Dr.Klaus Effing (links), Flughafen-Geschäftsführer Professor Doktor Rainer Schwarz (rechts) sowie Vertreter des „haus hannah“ in Emsdetten freuen sich über die ehrenamtlichen Helfer.
Zwei gelbe Tonnen für Pfandflaschen sind der Grund zur Freude: Landrat Dr.Klaus Effing (links), Flughafen-Geschäftsführer Professor Doktor Rainer Schwarz (rechts) sowie Vertreter des „haus hannah“ in Emsdetten freuen sich über die ehrenamtlichen Helfer. Foto: Luca Pals

Die Aktion „Leeres für Gutes“ am Flughafen Münster-Osnabrück zeigt einerseits, wie viele Passagiere darüber nicht informiert sind, andererseits ein großer Erfolg für Flughafen und Hospiz „Haus Hannah“ aus Emsdetten.

Ein Jahr ist es nun her, dass die gelben Tonnen im Flughafengebäude aufgestellt worden sind. Alleine die bisher ausgewerteten Zahlen von Mitte Mai bis Ende des Jahres 2017 beeindrucken: 26000 Flaschen brachten stolze 6 500 Euro für das Haus Hannah ein. Die Einrichtung ist jährlich auf beträchtliche Spendenanteile angewiesen: „Leeres für Gutes“ wird somit zum großen Erfolg. Elveline Helmer vom Haus Hannah erinnert sich an die Anfänge: „Wir haben einige Helfer angesprochen, einige haben direkt zugesagt. Anfangs mit einigen Helfern haben wir gedacht, die Behälter einmal im Monat leeren zu müssen.“ Es habe nicht lange gedauert und die kleinen Mülleimer mussten durch große Tonnen ersetzt werden. Außerdem: „Jetzt kommen wir jede Woche, um die Flaschen mitzunehmen.“ So stieg sukzessive das Team von anfangs drei auf zehn Helfer an. „Man kann nie genug bekommen. Wir müssen hier schon mindestens zu viert stehen.“ Wöchentlich entsorgen die Helfer – denen das Haus Hannah und der FMO seinen „allergrößten Dank“ aussprach – auf diese Weise „1000 bis 1300 Flaschen.“ Und: „In der Hauptsaison fahren wir hier auch wohl zweimal hin.“

Eine „Wahnsinnszahl, auf die sie alle stolz sein können“, lobte Dr. Klaus Effing, Landrat des Kreises Steinfurt. FMO-Geschäftsführer Prof. Dr. Rainer Schwarz erkannte gleich drei gute Gründe: „Es wird effektive Mülltrennung für den Umweltschutz betrieben, gleichzeitig kommen Spenden für das Haus Hannah zustande und arme Menschen an der Tafel profitieren zusätzlich.“ Letzteres betrifft die noch nicht geöffneten Flaschen. Hierbei würden zwischen 80 und 100 Flaschen an die Tafel gespendet werden, berichten die ehrenamtlichen Helfer.

Der Erfolg spricht für sich, auch in Zukunft können Gäste des FMO ihre Flaschen in die gelben Tonnen werfen. Aber eben nur die Flaschen. Denn: auch zahlreiche Gegenstände, die dort nichts zu suchen haben, wandern nach Angaben der ehrenamtlichen Helfer in die Behälter.

Das Verbot, Getränke in den Flieger mitzunehmen, ist schon zwölf Jahre alt. 2006 einigten sich die 27 EU-Staaten nach einem versuchten Terroranschlag mit Flüssigsprengstoff am Flughafen London darauf.

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