Vermülltes Freizeit-Paradies
Ärger über Abfall und „Tretminen“ am umgestalteten Emsufer

Greven -

Mehr Menschen, mehr Müll. Das renaturierte Emsufer im Bereich der Aktionsfläche von „Greven an die Ems“ wird – gerade angesichts der Hitze dieser Tage – bestens angenommen. Viele Menschen genießen Wasser, Wind und Wellen. Doch leider hat die hohe Akzeptanz auch eine Kehrseite: Das Ufer vermüllt zusehends.

Freitag, 06.07.2018, 16:17 Uhr

Unschön, ärgerlich, zum Teil gefährlich: Manche Besucher des Emsufers (das sehr gut genutzt wird) kümmern sich nicht um ihre Hinterlassenschaften. Dabei stehen Mülltonnen bereit.
Unschön, ärgerlich, zum Teil gefährlich: Manche Besucher des Emsufers (das sehr gut genutzt wird) kümmern sich nicht um ihre Hinterlassenschaften. Dabei stehen Mülltonnen bereit. Foto: Oliver Hengst

„Einige von denen, die von der Umgestaltung des Ems profitieren, setzen offenbar voraus, dass andere ihre Hinterlassenschaften wegräumen“, ärgert sich nicht nur Peter Hamelmann , Geschäftsführer von Greven Marketing.

Zwar lasse man die Fläche regelmäßig reinigen, doch zuletzt kamen die städtischen Mitarbeiter kaum hinterher. Kaum war hinten der letzte Müll beseitigt, ließen vorne schon wieder Menschen ihren Abfall liegen. Flaschen, Getränkedosen, Verpackungsmaterial, leere Eistüten, Papierfetzen, Pizzakartons, Reste von Grillfeten: Der Freizeit-Müll wird zum echten Ärgernis, natürlich auch für jene, die sich vorbildlich verhalten und ihren Müll wieder mitnehmen – um dann machtlos mitansehen zu müssen, wie andere dies konsequent ignorieren.

Scherben am oder im Wasser

Zum Teil geht von den Hinterlassenschaften auch eine ernsthafte Gefahr aus – etwa wenn Scherben am oder im Wasser liegen. Neulich war das Badevergnügen für eine Mutter mit (verletztem) Kind abrupt beendet, wie sich Hamelmann hat berichten lassen.

Schon immer war Müll auf der Fläche ein Problem, früher jedoch konzentrierte sich das auf den Bereich um die Stufen am Deich. Nun, da vor allem der Uferbereich viele Menschen anzieht, wird der Müll eben (auch) dort liegen gelassen. Dabei gibt es am Deich Mülltonnen, die für solche Fälle bereitstehen. Ohne große Mühe könnte jeder Besucher beim Verlassen der Fläche seine Verpackungen mitnehmen. Könnte. Eigentlich.

Negative Begleitscheinungen

Doch das Gegenteil sei der Fall, weiß Hamelmann. Und das auch zunehmend jenseits von Veranstaltungen am Beach. Die Fläche – sie wird als Naherholungsgebiet genutzt, mit allen negativen Begleitscheinungen. „Dabei wäre es doch im Interesse der Bürger, wenn sie selbst die Fläche sauber hielten“, sagt Hamelmann.

Zu Problemen führen mitunter auch Hundebesitzer, die ihre Tiere frei laufen lassen – was vor allem für Familien mit kleineren Kindern nicht leicht zu akzeptieren ist. Auch problematisch: Manche Hundehalter lassen ihre Tiere am Ufer „Tretminen“ legen, ohne sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern. „Viele Hundehalter sind natürlich verantwortungsbewusst“, sagt Hamelmann. Manche aber eben nicht. „Tretminen“ liegen lassen – das geht nirgendwo in der Stadt, und erst recht nicht dort, wo Menschen barfuß unterwegs sind. Und überdies: Die Fläche ist Naturschutzgebiet, ergo gilt wie auch sonst in den Emsauen Leinenpflicht. „Die Regel gilt dort, ohne Wenn und Aber“, sagt Wolfgang Jung von der städtischen Pressestelle auf Anfrage. Bislang habe es bei der Stadt allerdings noch keine Beschwerden über freilaufende Hunde gegeben.

„Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger agieren oder mit Verboten hantieren“, sagt Hamelmann. Daher hofft er, dass ein Appell an die Nutzer der Fläche, sich verantwortungsbewusst gegenüber den andern Besuchern zu verhalten, Wirkung zeigt.

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