Setex wächst und setzt auf neue Märkte
Hightech auf engstem Raum

Greven -

Eng ist es. Die Produktion bei Setex an den Emswiesen läuft auf Volltouren. Die Jahr der Mitarbeiter stieg in einem Jahr von 180 auf 220. Lange war in der Öffentlichkeit nichts zu hören. Aber: Mit der Stadt wird immer noch über Unterstützung für einen Umzug nach Reckenfeld diskutiert.

Montag, 16.07.2018, 11:50 Uhr

Einkaufsleiter Carsten Potsch überprüft die Produktion an einer Webmaschine.
Einkaufsleiter Carsten Potsch überprüft die Produktion an einer Webmaschine. Foto: Günter Benning

Natürlich ist das was für große Jungs: Rasselnde Webmaschinen, rotierende Spindeln, ein Fadengewirr, Glasfaser-Gewebe, das aus einem Geflecht von Gummischläuchen aus der Maschine wächst. Altes und Hightech nebeneinander – Setex an der Münsterstraße.

Aber den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt der offene Lkw-Trailer am Seitentor der Produktionshalle. Hier werden die fertigen Gewebe reingeschoben. „Dann rufen wir den Spediteur an“, sagt Heiko Wehner, der CEO des Textilunternehmens, „der bringt es in ein Lager.“

So arbeitet die Firma Setex

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  • Heiko Wehner ist CEO der Grevener Firma Setex.

    Foto: Günter Benning
  • Setex von außen -- ein klassischer Industriebau der Gründerjahre.

    Foto: Günter Benning
  • Foto: Günter Benning
  • Mariusz Gawryluk gehört zu den aus Polen übernommenen Mitarbeitern.

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  • Auszubildende Stefanie Wist mit Stoffproben.

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  • Heiko Wehner ist CEO der Grevener Firma Setex.

    Foto: Günter Benning
  • In den Produktionshallen ist es eng.

    Foto: Günter Benning
  • In den Produktionshallen ist es eng.

    Foto: Günter Benning
  • In den Produktionshallen ist es eng.

    Foto: Günter Benning
  • In den Produktionshallen ist es eng.

    Foto: Günter Benning
  • In den Produktionshallen ist es eng.

    Foto: Günter Benning
  • In den Produktionshallen ist es eng.

    Foto: Günter Benning
  • Foto: Günter Benning
  • Heiko Wehner ist CEO der Grevener Firma Setex.

    Foto: Günter Benning

Die Hallen, teilweise vom Ende des 19. Jahrhunderts, platzen aus allen Nähten. Im vergangenen Jahr wurden die Maschinen des in Polen aufgegebenen Zweigwerks integriert. Wehner: „Wir hatten dort einen Brand und die Ersatzhallen, die wir anmieten konnten, entsprachen nicht unseren Vorstellungen.“ Von den 16 Mitarbeitern konnten fünf nach Greven gelockt werden. Wie Mariusz Gawrynluk: „Ich bin drei Wochen hier, eine in Polen.“ Sein Vorteil, das deutsche Tarifgehalt liegt beim Doppelten der polnischen Tarife. Allerdings ist das Leben in Greven auch teurer.

Für Heiko Wehner hat das Thema Umzug noch Reckenfeld immer noch hohe Priorität: „Wir hatten in der vergangenen Woche Gespräche wegen neuer Maschinen.“ Eine Investition im Millionenbereich. „Das heißt, wir bauen hier am Standort zwei Hallen an“, sagt Wehner, „oder wir ziehen um.“

Mit der Stadt Greven, sagt der CEO, sei man in intensiven Gesprächen.

Das Problem in Kürze: An der Ems pumpt Setex sein eigenes Grundwasser. In Reckenfeld müsste man Wasser von den Stadtwerken beziehen. Dafür muss eine Leitung aus Greven verlegt werden. Millionensummen würde das kosten, auf Dauer. Auf der anderen Seite könnte die Stadt das heutige Setex-Gelände bis zur Ems für Wohnbebauung einplanen. Stadt- und naturnah, teuer und attraktiv. Es wird weiter verhandelt.

Die Zukunft sieht Wehner vielversprechend. Vor allem im Bereich der industriellen Textilien kann die Entwicklung von Elektromobilen helfen. Setex webt thermoplastische Werkstoffe, mit denen zum Beispiel sehr variable und extrem feste Teile für moderne Autos geformt werden können. Die Werkhalle mit den Hightech-Maschinen dafür ist streng geheim. Das Produkt wird auch nach Asien verkauft.

Bei den anderen Betriebszweigen setzt Setex auf Nähe zum Markt und rasche Reaktionsfähigkeit. Speziell gefärbte und behandelte Hosenstoffe werden in zwei Wochen geliefert. Wehner: „Wenn man Ware in Asien bestellt, ist der Container sechs Monate unterwegs.“ Setex-Stoffe findet man nur bei Markenmode im gehobenen Preissegment.

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