Grevener Steigungen im Vergleich zur Tour de France
88 mal die Kardinal-von-Galen-Straße

Greven -

Die Tour de France geht in die Berge. Aber: Wie sehen die Anstiege eigentlich aus? Der Vergleich mit den Anstiegen in Greven zeigt auf, dass die Fahrer ganz schön ackern müssen. Aber die steilste Ecke in Greven schaffen auch die Profis nicht. Denn der Emsdeich hat 28,6 Prozent.

Mittwoch, 18.07.2018, 09:50 Uhr

Ein Bild aus dem Jahr 2015: Chris Froome während des Aufstieges Alpe d‘Huez. Die Strecke mit ihren 21 Kehren hat eine durchschnittliche Steigung von 7,9 Prozent, in der Spitze aber 14,8 Prozent.
Ein Bild aus dem Jahr 2015: Chris Froome während des Aufstieges Alpe d‘Huez. Die Strecke mit ihren 21 Kehren hat eine durchschnittliche Steigung von 7,9 Prozent, in der Spitze aber 14,8 Prozent. Foto: Witters

Für einige ist es ein Aufatmen, den anderen fehlt eher etwas. Aber: Die Fußball-Weltmeisterschaft ist nun mal Geschichte. Und: jetzt bleibt Zeit für einen anderen Sport: Die Tour de France geht schon in die zweite Woche. Bislang waren die Touren eher flach. Jetzt aber stehen die Berge auf dem Programm. Das alles lässt sich vom Sofa aus gut betrachten. Nur: Bei all den faszinierenden Bildern, die das französische Fernsehen liefert, lässt sich nur schwer einschätzen, was die Jungs auf ihren Rädern so leisten.

Heute zum Beispiel geht es von Albertville nach La Rosière mit durchschnittlichen Stegungen von bis zu 8,2 Prozent. Doch: Was in etwa sind 8,2 Prozent? Wer das mal ausprobieren möchte, kann ja mal die Bergstraße von der Martinistraße bis zur Marktstraße befahren. Diese Steigung hat genau acht Prozent – im Mittel.

Das kann man sich dann doch ganz gut vorstellen. Das Ganze dann 12,3 Kilometer lang – das schafft Otto-Normal-Fahrradfahrer (ohne Motorunterstützung) wohl kaum. Und da wird auch schnell klar, warum die Sprinter mit ihren dicken Muskelpaketen und dementsprechend hohem Gewicht an solchen Bergen keine Chance haben.

Und die anderen „steilen“ Straßen in Greven? Da wären noch die Kardinal-von-Galen-Straße, die Friedrich-Ebert-Straße, die Kirchstraße und die Leinweberstraße zur Wöste. Bei allen geht es ordentlich Berg hoch, und manchem Radfahrer bleibt selbst bei diesen kurzen Steigungen die Luft weg.

Dieter Vogt von der Grevener Wirtschaftsförderung hat Zugang zu allen möglichen Daten der Stadt. Und der liefert die erste Erkenntnis, die hoch erstaunlich ist. Denn: Wer weiß schon, wie ein Steigung von 100 Prozent aussieht? „Viele glauben, dann geht es einmal herum. Richtig ist, dass eine Steigung von 100 Prozent 45 Grad gleichkommt“, erzählt Vogt.

So viel zur Theorie. Vogt liefert aber auch die lokalen Zahlen. „Die Kardinal-von-Galen-Straße hat fünf Prozent, die Friedrich-Ebert-Straße drei bis vier Prozent, die Kirchstraße acht bis zehn Prozent und die Leinweberstraße zur Grabenstraße 10 Prozent und zur Königstraße sechs Prozent Anstieg.“ Und alle Anstiege sind nur kurz, der an der Kardinal-von-Galen-Straße ist sie nur 200 Meter lang.

Und so lässt es sich leicht ausrechnen: Der Schlussanstieg zur heutigen Etappe ist dann mal eben 88 Mal die Steigung der Kardinal-von-Galen-Straße – Wahnsinn. Na ja, die Jungs, die da heute bei der Tour de France fahren, machen Tag aus, Tagein, ob Sommer oder Winter den ganzen Tag nichts anderes: Rennrad fahren, Rennrad fahren, Rennrad fahren. Und für Otto-Normal-Radfahrer aus Greven reicht es ja auch, wenn er die Grevener „Cols“ hochstrampeln kann.

Ach ja: Die steilste Stelle in Greven schaffen dann die meisten Rad-Profis auch nicht mehr: Denn der Emsdeich zur Wasserseite hat eine Steigung von 28,6 Prozent . . .

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5913593?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker