Friedhof: Vierte Gemeinschaftsgrabanlage wird vorbereitet
Pflegen lassen ist der Trend

Greven -

Die so genannten Gemeinschaftsgräber auf dem Friedhof an der Saerbecker Straße werden sehr stark nachgefragt. Deshalb wird jetzt der vierte „Garten der Erinnerung“ angelegt. Die Fläche ist 500 Quadratmeter groß und soll Platz für 62 Sargbestattungen und für 36 Urnen bieten.

Freitag, 20.07.2018, 15:26 Uhr

Hendrik Schlott und seine Mitarbeiter arbeiten derzeit an der Erstellung einer weiteren Gemeinschaftsgrabanlage. Diese vierte Anlage ist 500 Quadratmeter groß.
Hendrik Schlott und seine Mitarbeiter arbeiten derzeit an der Erstellung einer weiteren Gemeinschaftsgrabanlage. Diese vierte Anlage ist 500 Quadratmeter groß. Foto: Peter Beckmann

Im Einzelhandel würde man sagen, das ist ein Verkaufsschlager oder neudeutsch, ein Burner. Aber: Wenn es um Gräber auf dem Friedhof an der Saerbecker Straße geht, sind solche Vokabeln eher nicht angebracht. Nur inhaltlich trifft es die Sache voll auf den Kopf. Denn die so genannten Gemeinschaftsgräber sind sehr stark nachgefragt.

„Wir wundern uns selbst immer wieder, wie enorm diese Gräber gefragt sind“, sagt Friedhofsgärtner Hendrik Schlott. Der hatte eingeladen, um über die inzwischen vierte Anlage dieses „Garten der Erinnerung“ zu berichten.

„Im Jahr 2015 haben wir die erste Gemeinschaftsgrabanlage angelegt und seitdem wird es jedes Jahr eine neue Anlage“, erklärt Schlott. Und genau darin lag aktuell das Problem. „Wir haben nur noch zwei Plätze für eine Sargbestattung zur Verfügung.“ Und deswegen musste eine neue Anlage her.

Diese entsteht auf dem letzten großen freien Areal, die Fläche ist 500 Quadratmeter groß und soll Platz für 62 Sargbestattungen und für 36 Urnen bieten.

Die Plätze in diesen Gemeinschaftsgrabanlagen sind wohl deswegen so begehrt, weil in den Kosten – 5410 Euro für einen Sarg, 3630 Euro für eine Urne – das Denkmal, die Bepflanzung und vor allem die Pflege in den kommenden 30 Jahren enthalten sind. „Trotz der Tatsache, dass es eine Gemeinschaftsanlage ist, ist die Grabstätte sehr persönlich, jeder hat einen eigenen Gedenkstein.“

Über zu wenig Platz auf dem Friedhof kann Schlott trotz der Probleme auf dem neuen Teil des Friedhofes (unsere Zeitung berichtete) nicht klagen. Dort wurde festgestellt, dass die Verstorbenen auch nach 30 Jahren noch nicht vollständig verwest waren. Deshalb dürfen dort keine Sargbestattungen mehr stattfinden, Urnenbestattungen sind aber weiter erlaubt.

Und gerade die Feuerbestattung nehme enorm zu. „Mittlerweile sind 60 bis 70 Prozent aller Bestattungen Feuerbestattungen“, verdeutlicht Schlott. Und das wirke sich natürlich auf den Platzbedarf aus. „Eine Grab für eine Sargbestattung ist rund fünf Quadratmeter groß, für eine Urne benötigt man nur einen Quadratmeter.“

Zur Zeit seien 400 bis 500 Doppelgräber frei. „Allein im vergangenen Jahr haben wir 75 Doppelgräber eingeebnet“, erzählt Schlott. Und dort gebe es dann auch verschiedenste Arten der Bestattung. „Wir sind da für viele Dinge offen“, sagt Schlott und erzählt von der Wohngemeinschaft, deren Bewohner jetzt beschlossen hätten, nach dem gemeinsamen Wohnen auch gemeinsam auf einem Areal bestattet zu werden.

Er erzählt von Urnengemeinschaftsgräber bei dem die Urnen unter einem Baum bestattet werden. „Das wird allerdings noch nicht so stark nachgefragt.“ Und künftig werde es auch Urnen-Rasen-Doppelgräber geben. „Auf den Stelen werden die Namensschilder dann nebeneinander angebracht“, verdeutlicht er.

Viel Zeit zum Erzählen hat er allerdings nicht mehr. Denn auch die Friedhofsgärtner haben unter der enormen Trockenheit zu leiden. „Das Erste, was wir morgens machen, ist die Wassersprenger anzustellen und das Letzte ist es, sie auszustellen. Denn sonst verbrennt uns hier alles.“ Dass das funktioniert, sieht man an den Rasengräbern. Der Rasen dort ist sattgrün.

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