Die anhaltende Dürre
Der Pegel sinkt immer weiter

Greven -

Die anhaltende Trockenheit sorgt dafür, dass die Pegelstände der Flüsse und Bäche weiter sinken. Derweil versuchen die Landwirte mit der Bewässerung die Ernte noch ein wenig zu verbessern.

Donnerstag, 02.08.2018, 13:10 Uhr

Die Landwirte versuchen alles, um einen Teil der Ernte zu retten. Hier wird Wasser aus der Aa gepumpt und auf ein Maisfeld ausgebracht.
Die Landwirte versuchen alles, um einen Teil der Ernte zu retten. Hier wird Wasser aus der Aa gepumpt und auf ein Maisfeld ausgebracht. Foto: Peter Beckmann

Der alte Mann steht mit dem Fahrrad an der Hand an der kleinen Brücke. Unten fließt der Eltingmühlenbach. „Das wird auch immer weniger“, sagt der ehemalige Landwirt, der seinen Hof inzwischen abgegeben hat. Diese Hitze und Trockenheit – das habe er noch nie erlebt.

Und erzählt, was die Landwirte versuchen, um die Ernte dann doch noch ein bisschen zu verbessern. „Viele Bauern holen sich das Wasser aus dem Eltingmühlenbach und der Glane und bewässern die Felder.“ Ganz legal, betont er. Die hätten entsprechende Wasserrechte.

Genau das ist auch an der Aa in Aldrup zu beobachten. Ein Landwirt nutzt den Treckermotor als Pumpe. Das Wasser wird aus der Aa abgepumpt und nebenan auf dem Maisfeld wieder abgelassen. „Wir wissen auch nicht, ob das noch etwas bringt. Aber wenn man es nicht versucht, wird man es nie erfahren.“ Denn gerade mit dem Futter-Mais könnte es große Probleme geben. „Die Pflanzen werden immer trockener, wenn die zu Silage verarbeitet werden, kann es Probleme geben, weil man das trockene Zeug nicht mehr verdichten kann“, erklärt der Senior. Einige Bauern wären deshalb schon drauf und dran, den Mais schon jetzt zu ernten. „Sechs Wochen zu früh.“

Die Wasserhöhe der Flüsse und Bäche nimmt derweil immer mehr ab. In Fuestrup hat die Ems noch 52 Zentimeter, in Greven an der Nordwalder Straße wurden gestern 76 Zentimeter gemessen. Glane, Eltingmühlenbach und Aa sehen derweil noch ganz gut aus, obwohl sie relativ wenig Wasser führen. Die (illegalen) Badeseen der Umgebung haben auch einiges an Wasser verloren, die Temperaturen sind hoch und sie steigen.

Und das könnte dann zum Problem werden. Denn je höher die Wassertemperatur, um so weniger Sauerstoff ist noch im Wasser, erklärt ein Mitarbeiter der Bezirksregierung. Und: Wenn dann der große Regen kommt wird eben auch viel Schmutz, Öl, Reifenabrieb und anderes von den Straßen in die Flüsse und Bäche fließen. Was wiederum die Fische nicht gut vertragen.

Die kommenden Tage werden jedenfalls, so die Wetterfrösche denn Recht behalten, keine Veränderung bringen. Demnach bleibt es trocken und heiß. So, wie in den vergangenen Tagen und Wochen.

In der vergangenen Woche zum Bespiel ist die Maximal-Temperatur nur ein Mal unter die 30-Grad-Marke gerutscht. Und nach Angaben des deutschen Wetterdienstes fielen im Juli gerade einmal 8,9 Liter Regen auf dem Quadratmeter, normal sind 73 Liter.  

Zum Thema

Ein ausführliches Interview zum Thema Wetter und Klima mit dem stellvertretender Leiter des Regionalen Klimabüros des Deutschen Wetterdienstes in der Samstagsausgabe

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