Kinder befassen sich mit der deutschen Gesellschaft – in Sprachkursen und Theaterprojekten
Frei sein – ohne Pass und Visum

Greven -

„Freiheit, das sind für mich Vögel. Fliegen, wohin man will, ohne nach einem Pass oder Visum gefragt zu werden.“ Kamil, 14, hat seine eigene Vorstellung von Freiheit, die er beim Abschluss eines Ferienprogramm mit Deutschunterricht am Morgen und Theaterworkshop am Nachmittag vortrug.

Freitag, 03.08.2018, 14:16 Uhr

Im Begegnungszentrum zeigten die Jugendlichen, was sie in den vergangenen zwei Wochen gelernt hatten.
Im Begegnungszentrum zeigten die Jugendlichen, was sie in den vergangenen zwei Wochen gelernt hatten. Foto: Webikul

Theaterpädagoge Murat Isboga vom Theater „Halber Apfel“ hatte bei dem Projekt für Geflüchtete mitgewirkt. Jetzt sollten im Begegnungszentrum im Hansaviertel Familien und Gästen aus Politik, Ehrenamt, Bündnispartnern und Mitarbeitern des WeBiKul die Ergebnisse gezeigt werden. Und das auch noch in einer neuen Sprache, die die meisten von ihnen erst seit etwa einem Jahr lernen – Deutsch.

Ein weiterer Bestandteil dieses Projekts war die begleitende Elternbildung. Fachreferenten führten Workshops und Seminare für interessierte Eltern und Angehörige der teilnehmenden Kinder und Jugendliche durch zu Themen wie Bildungssystem in Deutschland, Medienerziehung, lokale Netzwerkstrukturen, Gesundheitswesen in Deutschland und interkulturelle Kompetenzen.

Irmgard Hellmann de Manrique vom Koordinationsteam Integration der Stadt Greven hieß die Gäste willkommen und betonte, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und vom WeBiKul e.V. in Kooperation mit der Stadt Greven und der Stadtbibliothek Greven durchgeführte Projekt stehe genau dafür, was man in der neu eröffneten Begegnungsstätte Hansaviertel bewirken wolle: Hilfen für das Ankommen in Greven zu bieten, Menschen aller Altersstufen zusammenzubringen und durch Kontakte, Austausch und Bearbeitung von Themen ein gut funktionierendes Gemeinwesen zu bilden.

Dass sie aufeinander achten und reagieren können, zeigten die jüngeren Kinder aus der Türkei, Syrien und Aserbaidschan dann bei einer Spiegelpantomime zu zweit. Die älteren Schüler aus der Ukraine, Aserbaidschan, Turkmenistan und der Türkei hatten ihre Texte zum Thema „Freiheit“ selbst erarbeitet. Farid, 13: „Freiheit ist für mich Vertrauen, ohne Hintergedanken, ohne Zweifel, ohne Angst.“ Und Burhan, 14: „Freiheit bedeutet für mich Lesen – das zu lesen, was ich will.“

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