Linie 250 fährt einmal pro Stunde durch die Blöcke – eigentlich
Vergebliches Warten auf den Bus

Reckenfeld -

Die Linie 250b soll auch die Haltestelle in den Reckenfelder Blöcken ansteuern – eigentlich. Peter Kriegeskotte hat es aber schon mehrfach erlebt, dass sich Busfahrer die Schleife sparten, sagt er.

Mittwoch, 15.08.2018, 20:49 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.08.2018, 20:49 Uhr
Peter Kriegeskotte hat es nach eigener Rechnung in diesem Jahr schon ein gutes Dutzend Mal erlebt, dass der Bus „seine“ Haltestelle am Schalbenweg nicht ansteuerte. Betroffen seien Busse in beiden Richtungen
Peter Kriegeskotte hat es nach eigener Rechnung in diesem Jahr schon ein gutes Dutzend Mal erlebt, dass der Bus „seine“ Haltestelle am Schalbenweg nicht ansteuerte. Betroffen seien Busse in beiden Richtungen Foto: Oliver Hengst

Ärgerlich ist es allemal, wenn der Bus nicht kommt. Auch wenn er als Rentner keinen großen Zeitdruck hat. Andere stehen hingegen richtige Nöte aus. So wie neulich, als er mit einer Schülerin an der Haltestelle Schwalbenweg stand und auf den Bus wartete – drei Minuten, fünf, zehn. Bis die besorgte Schülerin ihre Mutter anrief und bat, sie zur Schule zu bringen. Aus gutem Grund: Die junge Frau musste zur Abi-Prüfung.

Peter Kriegeskotte, der in Block D wohnt, muss „nur“ zum Arzt, zum Rathaus oder zu privaten Terminen. Und doch ärgert es ihn natürlich, wenn die Linie 250 nicht kommt. Und das, so sagt er, geschieht häufig. Seit Anfang des Jahres ist er Bus-Kunde. Seitdem sei es nach eigener Zählung ein gutes Dutzend Mal vorgekommen, dass der Weilke-Bus nicht kam. Genauer gesagt: die Linie 250b, die durch die Blöcke fährt. Zuletzt am Donnerstag der vergangenen Woche. Um 13.01 Uhr hätte der Bus planmäßig halten müssen – aber keine Spur von ihm. „Ich habe dann eine viertel Stunde gewartet. Der Bus ist ja oft nicht pünktlich.“ Aber trotz geduldigen Ausharrens sei der Bus nicht gekommen. Wieder mal. „Das Problem ist: Jedes Mal, wenn er Verspätung hat, hat man Angst, dass er dann wieder gar nicht kommt. Und dann schaffe ich es nicht mehr rechtzeitig zur Hauptstraße.“ Dort könnte Kriegeskotte die andere 250 (die nicht durch die Blöcke fährt) erwischen. Theoretisch: Denn die Wartezeit am Schwalbenweg und eine Gehbehinderung machen es ihm unmöglich, rechtzeitig an die Grevener Landstraße zu kommen. Folge: Er wartet auf den nächsten Bus, der eine Stunde später fährt. Wenn er denn kommt.

Kriegeskotte vermutet, dass manche Busfahrer Verspätungen aufzuholen versuchen, indem sie die Fahrt durch die Blöcke schlicht ausfallen lassen. Auch weiß er von Anwohnern, denen die Busse in den Blöcken ein Ärgernis sind, dass diese ihre Autos mitunter bewusst so parken, dass es für die Busse kaum ein Durchkommen gebe. Ein Insider weiß zudem zu berichten, dass es zuletzt häufig personelle Wechsel bei Weilke gab. Nicht ausgeschlossen also, dass manche Fahrer die richtige Route (noch) nicht kennen.

„Grundsätzlich gibt es kein Probleme mit der Linie“, sagt Peter Weilke vom gleichnamigen Transportunternehmen auf Anfrage. „Normalerweise fährt er durch die Blöcke. Wir hatten aber in der Vergangenheit mal kurzzeitig Probleme.“ Da seien aufgrund der Glasfaserarbeiten mitunter Straßen komplett gesperrt gewesen, weshalb die Busse nicht durch die Blöcke hätten fahren können. Diese vorrübergehende Erschwernis ist aber inzwischen Geschichte.

Anders am Heimstättenweg: „Mit dem Gelenkbus kommen wir da momentan nicht lang“, sagt Weilke. Dort sei ein Parkverbot eingerichtet worden, zudem müsse ein Anwohner „noch ein bisschen an seiner Grenze arbeiten“. Dies solle nach seiner Kenntnis in den Ferien geschehen. Sobald dies erledigt sei, könne auch der Heimstättenweg wieder durchfahren werden. Auf die Haltestelle Schwalbenweg habe dies aber keine Auswirkungen.

„Ein einziges Mal hat sich jemand entschuldigt“, sagt Krieges­kotte, der mit den meisten Fahrern ein gutes Miteinander pflegt. „Die meisten sind freundlich. Ich will auch niemandem an den Karren fahren.“ Aber es komme eben „zwei- bis dreimal im Monat vor, dass die Busse nicht wie vorgesehen durch die Blöcke fahren. „Das kann einfach nicht sein“, sagt Kriegeskotte, der früher für die Stadt tätig war.

Anrufe bei Weilke hätten nichts eingebracht. Meistens höre er dann: „Das dürfte eigentlich nicht passieren.“ Als er mal an einem Freitag vergeblich auf den Bus wartete, erreichte er an jenem Tag niemanden mehr bei Weilke. Am Montag hieß es dann: Das könne man nun nicht mehr nachvollziehen.

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