Gemeinde wartet auf Bau- und Abrissgenehmigung für St. Josef
Anzeige gegen Abriss-Gegner

Greven -

Die einen warten auf Bau- und Abrissgenehmigung. Die anderen kämpfen für den Erhalt der St. Josef-Kirche. Und der Ton dabei wird schärfer. Nachdem der Abriss-Feind Werner Thiel jüngst in einer seiner vielen Mails Pfarrer Klaus Lunemann unterstellte, er ließe seine „SA“ gegen ihn und andere marschieren, erstattete der Pfarrer der St. Martinus-Kirchengemeinde Anzeige, wegen Beleidigung.

Donnerstag, 16.08.2018, 18:10 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 16.08.2018, 18:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 16.08.2018, 18:10 Uhr
Kreuzwegbild in der St. Josef-Kirche. Sie werden vom Bistum archiviert und gelagert.
Kreuzwegbild in der St. Josef-Kirche. Sie werden vom Bistum archiviert und gelagert. Foto: Günter Benning

Wer es nicht mehr weiß: Die SA war die „Sturmabteilung“ der Nazis. Thiel spricht im Text seiner Mail dann zwar von „SäuberungsAbteilung“ und kritisiert, dass in der Stadt offenbar seine Protestplakate entfernt wurden. Doch die Botschaft war für Lunemann überdeutlich, erklärt Michael Hüttermann, Verwaltungsreferent der Pfarrgemeinde.

„Ansonsten“, ergänzt der Verwaltungsleiter, „ist uns das mittlerweile egal, wir lassen uns nicht verrückt machen.“ Bau- und Abrissanträge für die Josef-Kirche wurden bereits vor Wochen gestellt. In der Wartezeit befasst sich eine Projektgruppe bereits mit Details der künftigen Kirchenraumgestaltung. Hüttermann: „Material, Bestuhlung, Heizung – wir beginnen jetzt mit dem Feinschliff.“

Vor einem Abriss muss die katholische Kirche profaniert werden. Dies wird in einem Gottesdienst geschehen, der vom Weihbischof geleitet wird. Im Herbst werden man in einer Gemeindeversammlung den Stand der Dinge noch genau vorstellen.

Auch die Denkmalschützer der Diözese sind im Spiel. Referent Dr. Michael Reuter: „Ich werde die Kirche dokumentieren, so dass man noch in 20 Jahren sagen kann, wie sie einmal ausgesehen hat.“

Ein großer Teil der Einrichtung werde archiviert und eingelagert: „Grundsätzlich sind die Dinge erstmal erhaltenswert.“

Einige Kunstgegenstände aus der alten St. Josefkirche werden auch in der geplanten neuen Kirche Verwendung finden. Zum Beispiel das Sandsteinbild über der Turmtür. Oder das Rundfenster im Altarraum.

Bei anderen Gegenstände, so Reuter, werde man versuchen, sie im Bistum zu vermitteln: „Sie bleiben dann im Besitz der Kirchengemeinde St. Martinus, aber wir würden einen Leihvertrag machen.“

Für den Historiker ist es wichtig, dass man mit der Kunst in der Kirche sorgsam umgeht: „Das ist unser Kulturgut, für das unsere Vorfahren gespendet haben.“ Tatsächlich wurde die Josefkirche – wie viele Sakralgebäude dieser Zeit – mit Spenden und tatkräftiger Unterstützung der Anlieger gebaut.

Zu jenen gehören die Abriss-Gegner Marianne und Albert Ahlert. Sie selbst haben beim Bau der Kirche Hand angelegt, hatte Albert Ahlert in einem Interview dieser Zeitung erklärt. In dieser Woche haben sie ihren Standpunkt erneut einem RTL-Reporterteam dargelegt.  

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