Erster Spatenstich: Hermes baut für 42 Millionen Euro
„Schneller geht das nicht“

Greven -

Es ist ein Großprojekt im Airportpark. Der Logistikriese Hermes baut ein neues Verteilzentrum für 43 Millionen Euro. Hermes-CEO Olaf Schabirosky lobt die Nähe zum Frachtflughafen.

Mittwoch, 12.09.2018, 16:20 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 10:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 16:20 Uhr
Lassen den Sand fliegen (v.l.): Hermes-CEO Olaf Schabirosky, Bürgermeister Peter Vennemeyer, ECE-Geschäftsführer Dr. Andreas Mattner und der Geschäftsführer der Airportpark GmbH, Udo Schröer.
Lassen den Sand fliegen (v.l.): Hermes-CEO Olaf Schabirosky, Bürgermeister Peter Vennemeyer, ECE-Geschäftsführer Dr. Andreas Mattner und der Geschäftsführer der Airportpark GmbH, Udo Schröer. Foto: Günter Benning

Was sprach eigentlich für den Standort Greven? Birgit Neyer, die Wirtschaftsförderin des Kreises, stellte am Dienstagmorgen am Rande der Erster-Spatenstich-Feier auf dem Hermes-Center-Gelände im Airportpark diese Frage an zwei diskrete Projektentwickler des Logistikriesen aus Hamburg. Antwort: „Eigentlich nichts.“ Es hätte auch, sagen wir mal, Duisburg werden können.

Und warum dann Greven? Die Frage hätten die Herren wohl auch beantwortet, aber das machte etwas später schon Airportpark-Geschäftsführer Udo Schröer vor den geladenen Gästen im Festzelt selbst: „Erster Kontakt 2016, Kaufvertrag September 2017, heute erster Spatenstich – schneller geht das nicht.“

Allgemeines Nicken in der Runde. Ja, so schnell wie Schröer mit Hilfe der Kreiswirtschaftsförderung und der Stadt Greven das 65000 Quadratmeter große Grundstück baureif geschossen hat, das hat offenbar Rekordreife. Sogar eine Änderung des Flächennutzungsplanes nickte Grevens Rat im Eiltempo durch. Denn das Gelände war eigentlich für Logistik nicht vorgesehen.

Ein Entgegenkommen, das Dr. Andreas Mattner, Geschäftsführer des Bauentwicklers ECE nur bestätigte: „Greven ist ein klasse Logistik-Standort. Hier will man gerne sein.“

Hier kommt man auch gut weg. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir diesen Standort bekommen konnten“, meinte der CEO von Hermes Germany, Olaf Schabirosky. A1, A2, A30, A45, Bahn und FMO – alles in greifbarer Nähe. Mehr kann ein Logistikerherz nicht wünschen. „Der Flughafen ist ein wertvoller Standortvorteil“, so der CEO. Zumal er einen 24-Stunden-Betrieb ermöglicht und in der Nähe kaum Nachbarn sind, denen Lärm zur Last würde.

Das im Vorfeld der Plan eines weiteren Logistikzentrums in Greven bei Grünen und CDU im Rat bitter aufstieß, ist den Machern aus dem Reich des Otto-Konzerns durchaus bekannt. Vielleicht betont ECE-Chef Andreas Mattner deshalb, dass in dem familiengeführten Weltkonzern aus Hamburg Nachhaltigkeit groß geschrieben wird: „Ich habe zwei Aufsichtsräte. Einen normalen und einen Nachhaltigkeitsrat.“ Was ökologisch Probleme mache, könne er nicht bauen. Das neue Logistikzentrum sei daher mit modernster Heiztechnik versehen, optimal isoliert, die LED-Beleuchtung sei so gesteuert, dass es nur hell wird, wo es hell sein muss. 35 Prozent weniger Energie gegenüber herkömmlicher Beleuchtung spare das ein.

Bürgermeister Peter Vennemeyer gab sich optimistisch, dass das Projekt-Tempo anhält: „Eröffnung soll nächstes Jahr im Oktober stattfinden – passend zum Weihnachtsgeschäft.“

Daten und Fakten

 Hermes Germany gehört zur Otto-Group (Otto-Versand). Ebenso wie das Projektentwicklungsunternehmen ECE, das für die Baudurchführung zuständig ist. Gesamtumsatz der Hermes Gruppe international in 2017: 3,13 Milliarden Euro. Hermes beschäftigt weltweit rund 15 300 Mitarbeiter. Am FMO entsteht eines von bundesweit neun neuen Logistik-Centern. Die Fläche für Logistik umfasst 9500 Quadratmeter, für Verwaltung, Technik und Sozialflächen gibt es weitere 1500 Quadratmeter. Bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 42 Millionen Euro entstehen laut Hermes rund 110 neue Arbeitsfläche im Airportpark. Insgesamt investiert das Unternehmen bundesweit rund 600 Millionen Euro in neue Verteilzentren. Am Standort Greven sollen laut CEO Schabirosky täglich rund 100 000 Pakete umverteilt werden können.

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6044528?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Ein Hauch von Hollywood
Hollywood-Flair vor der Gooiker Halle: Für die Filmpremiere von „Eises Kälte“ wurde extra der rote Teppich ausgerollt.
Nachrichten-Ticker