Georg Dodt aus der Karderie zieht Bilanz
Millionen Klicks und tausende Kritiken

Greven -

Die Jugendlichen sehen es so – die Pädagogen sehen es anders. Da hatte es in diesem Jahr im Rahmen des Jugendkulturrucksacks einen extrem erfolgreichen Workshop in der Karderie gegeben. Eingeladen war der Youtube-Star „ApoRed“, der mit Grevener Kids ein millionenfach geklicktes Video drehte.

Montag, 17.09.2018, 16:44 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 10:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 16:44 Uhr
Youtuber Apored mit Grevener Jugendlichen.
Youtuber Apored mit Grevener Jugendlichen. Foto: Axel Engels

Alles okay? Für Georg Dodt, Teamleiter der Jugendarbeit im städtischen Kulturzentrum nicht: „Das Video wurde wahnsinnig oft geklickt“, meinte er in seinem Arbeitsbericht im Jugendhilfeausschuss, „aber es gab auch 4000 Kommentare darunter.“ In vielen seien die Jugendlichen ordentlich in die Mangel genommen worden.

Da schluckt der Pädagogen. Aber den Jugendlichen machte die Schmäh offenbar wenig aus: „Die waren ein paar Wochen die Kings in ihrer Schule, weil sie so erfolgreich waren.“

Alte Medienweisheit eben: Auch schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Aber manchmal eben auch nicht. An diesem Wochenende wird wieder das Backyard-Festival im Innenhof der GBS stattfinden und Dodt drückt dem Jugendlichen Vorbereitungsteam die Daumen: „Wochenlang haben sie daran gearbeitet.“ Programm aufstellen, Plakate verteilen, Bänke zimmern.“ Doch zumindest bei der letzten Auflage seien die Besucherzahlen bei 100 bis 200 deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Mal abwarten, wie es am Samstagabend läuft . . .

Im Jugendhilfeausschuss zeichnete Dodt ein Bild der Jugendarbeit, das wechselhaft ist. Einerseits ist da die personelle Situation. So hat die gerade frisch inthronierte Leiterin der Jugendarbeit im Hansaviertel den Job geschmissen und andere Herausforderungen gesucht. Für eineinhalb Stellen werden jetzt engagierte Nachfolger gesucht. Andererseits fehlt Kontinuität. In Kürze werden sich die Jugendamtsmitarbeiter deshalb coachen lassen, um herauszufinden, wie man kontinuierlich besser werden kann.

Bei den Jugendlichen wandeln sich offenbar auch die Vorlieben. Georg Dodt: „Gerade ist Nähen voll angesagt.“

Wieso das? Die Jugendlichen spielen offenbar vermehrt Rollenspiele – nicht auf dem Computer, sondern im wirklichen Leben. Und dafür braucht man eben aufwendig gestaltete Klamotten.

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