Viele Fragen zur Ortsmitte – und eine Prognose
Gelingt der ganz große Wurf?

Reckenfeld -

Ein Begegnungszentrum und eine „echte“ Ortsmitte: Das sind die zentralen Forderungen, die Reckenfelder in der vergangenen Woche im Rahmen der Infoveranstaltung der Stadt zur Sportplatzbebauung vorgetragen haben.

Dienstag, 25.09.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 08:21 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 09:00 Uhr
So sieht es schon nicht mehr aus: In dieser alten Luftaufnahme steht noch das Café am Kreisverkehr. Wie sich die Situation wohl in zehn Jahren darstellt?
So sieht es schon nicht mehr aus: In dieser alten Luftaufnahme steht noch das Café am Kreisverkehr. Wie sich die Situation wohl in zehn Jahren darstellt? Foto: Geonetz Greven

Was genau wird gefordert? Eine Ausweitung des Gebietes, auf das sich der städtebauliche Wettbewerb beziehen soll. Bislang ist dieser auf den Bereich Sportplätze/Schulgelände begrenzt. In einem Antrag des Reckenfelder Bürgervereins aus dem Juli heißt es unter anderem: „Der Architektenwettbewerb darf nicht an der Nordseite der Bahnhofstraße enden. Für die Bahnhofstraße soll im Bereich vom Kreisverkehr bis zur Abzweigung um Marktplatz ein homogener Übergang vom Marktplatz zum Neubaugebiet geschaffen werden.“ Der Wettbewerb sei so zu gestalten, dass die Vorgaben des Integrierten Handlungskonzeptes hierzu wesentlicher Bestandteil seien. „Es ist zwingend notwendig, die Bereiche südlich der Bahnhofstraße bis möglichst zum Walgenbach mit einzubeziehen.“ Dieses Schreiben des Bürgervereins an den Bürgermeister ist auch unterzeichnet von Vertretern folgender Parteien: CDU , SPD , Grüne, Reckenfeld direkt, Freie Wähler.

Warum ist die Vernetzung mit dem Umfeld, insbesondere dem Kirchplatz, so wichtig? Weil die (vielleicht einmalige) Chance besteht, das zu überplanende Areal und die restliche Ortsmitte so miteinander zu vernetzten, dass eine harmonische Einheit entsteht. Betrachtet man die Sportplätze nur für sich, könnte dieser Aspekt unter den Tisch fallen. Eben das befürchten die Kritiker. „Das hat mit der Ortsmitte rein gar nichts zu tun“, wetterte zum Beispiel Wolfgang Klaus in der Versammlung, als er sah, dass es „nur“ um das Sportplatz- und Schulareal gehen soll. „Das ist viel zu dünn“, sagte er. „Das ist keine Entwicklung der Ortsmitte, sondern eine Überplanung der Sportplätze.“ Im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes seien ganz andere Vorstellungen erarbeitet worden - auch unter Beteiligung der Bürger.

Wie argumentiert die Stadtverwaltung? Sie warnt vor einer Überfrachtung des Wettbewerbes. Würde man auch angrenzende Straßen und Flächen in den Wettbewerb einbeziehen, würde dies die Komplexität des Wettbewerbes unter anderem wegen zu beachtender Besitzverhältnisse deutlich erhöhen. Und über die Gestaltung der Übergänge der Emsdettener Landstraße beispielsweise kann die Stadt nicht einfach bestimmen, denn diese ist eine Kreisstraße.

Welche Vorgaben werden formuliert? Eine Prognose: Die Einbettung ins Umfeld, vor allem die Anbindung an den Kirchplatz, wird nicht als explizit festgeschriebene Vorgabe in den Wettbewerb einfließen, das Wettbewerbsgebiet somit nicht ausgeweitet. Es bleibt dabei, dass Planungsbüros zur „Ideenentwicklung“ aufgefordert werden. In der Auslobung wird dieser Aspekt womöglich noch deutlicher betont als bisher. Vielleicht wird ein Text formuliert, von dem die Botschaft ausgeht: Nur wer gute Vorschläge zur Vernetzung mit dem Umfeld vorlegt, kann gewinnen. Der Charakter dieser Ideen bleibt aber unverbindlich – Vorschläge eben. Denkbar ist, dass es einen Sonderpreis gibt für jene Arbeit, in der besonders wertvolle Ideen zu diesem Aspekt enthalten sind.

Wer beschließt letztlich? Die gewählten Kommunalpolitiker im Rat. Dieses Gremium muss den Ausschreibungstext des Wettbewerbes in letzter Instanz absegnen. Reckenfelder Lokalpolitiker scheinen einhellig der Meinung zu sein, dass man das Wettbewerbsgebiet ausdehnen muss (sh. Unterschriften unter dem Bürgervereins-Schreiben an den Bürgermeister). Doch der Rat besteht eben nicht nur aus Reckenfeldern. Die spannende Frage: Wie gehen die Parteien mit dem Votum aus Reckenfeld um?

Wann weiß man mehr? In der Bezirksausschusssitzung am 4. Oktober soll abgestimmt werden. Dafür bereitet die Verwaltung derzeit eine so genannte Beschlussvorlage vor, in der die Rahmenbedingungen des städtebaulichen Wettbewerbes festgezurrt werden. Über diese Beschlussvorlage wird abgestimmt. Sie wird in der Regel eine gute Woche vor der Sitzung fertiggestellt und im Internet zur Einsicht bereitgestellt – also wohl schon im Laufe dieser Woche.

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