Firmenporträt: Weser Airborne
Von oben ist fast alles zu sehen

Greven -

Mülltonnen? Kanaldeckel? Wenn Weser Airborne von oben fotografiert, ist alles genau zu sehen.

Mittwoch, 26.09.2018, 10:20 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 10:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 10:20 Uhr
Die Aufnahmen haben eine große Detailgenauigkeit.
Die Aufnahmen haben eine große Detailgenauigkeit. Foto: Wester Airborne

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, heißt es im Song von Reinhard Mey . Doch genau diese Wetterlage gefällt den Teams der Weser Airborne Sensing GmbH & Co. KG gar nicht. „Wir fliegen in der Regel über den Wolken, benötigen aber aus unseren Flugzeugen einen ungehinderten Blick zum Boden, ein richtiger Schönwetter-Job also“, erklärt Betriebsleiter und Projekt-Manager Markus Bökhaus mit einem Augenzwinkern.

Denn das Unternehmen am FMO bietet sowohl Vermessungsflüge als auch Bildmessflüge an – da stören Wolken bei der Bilderfassung.

Deshalb muss das achtköpfige Spezialisten-Team um Bökhaus oft flexibel reagieren. Ist die Wetterlage wolkenlos und damit gut, wird geflogen – auch mal samstags oder sonntags – dafür geht es an wolkenreichen Tagen auch mal früher in den Feierabend.

Das erfordert eine akribische Vorbereitung: Zum einen die Zusammenarbeit mit hochtechnisierten Wetterdiensten für zuverlässige Wetterprognosen, zum anderen die punktgenaue Bereitstellung von einsatzbereitem Equipment und Mitarbeitern.

Das Unternehmen, das 1994 noch unter dem Namen Weser – „Ja, nach dem Fluss!“ – Bildmessflug in Bremerhaven gegründet wurde und sich 2009 aufgrund der immer internationaleren Kundenstruktur in Weser Airborne Sensing umbenannt hat, verfügt über drei Flugzeuge am FMO: eine Cessna 206, eine Cessna T303 und eine Beechcraft B 200 Super King Air.

Diese unterliegen höchsten technischen Anforderungen und Auflagen und müssen entsprechend gewartet werden, aber an wolkenlosen Tagen natürlich einsatzbereit sein ebenso wie die Technik für die Bildaufnahmen.

„Dafür nutzen wir einen hochwertigen mehrere hunderttausend Euro teuren Sensor, den man sich als großen Fotoapparat vorstellen kann, der aber eigentlich technisch gesehen eher ein tieffliegender Satellit ist“, erläutert der Diplom Ingenieur Bökhaus, „so sind sogar wenige Zentimeter am Boden darstellbar und ein Bild kann eine Größe von bis zu 800 Megabytes haben.“

Doch der Bildmessflug alleine reicht nicht, detaillierte Vorplanungen sind notwendig: „Wir überfliegen das zu vermessende Gebiet in Streifen, so dass diese Flugstreifen und die Auslösepunkte exakt berechnet und abgestimmt werden müssen.“

Die Auftraggeber sind vielfältig: „Oft sind es Kommunen, die beispielsweise ihr Wasserleitungsnetz dokumentieren oder die Versiegelungsflächen der Liegenschaften ermitteln möchten.“

Seit Anfang des Jahres gehört das Grevener Unternehmen zur österreichischen Vermessung AVT ZT GmbH Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen und kann so ein deutlich größeres Leistungsspektrum anbieten. „Die beiden Unternehmen mit insgesamt über hundert Mitarbeitern haben vorher bereits gut zusammengearbeitet und ergänzen sich optimal: während die Weser die Datengenerierung und -erfassung übernimmt, sorgt die AVT für die Datennachbearbeitung und -auswertung“, erklärt Geschäftsführer Peter Trefalt.

So kann aus der riesigen bei einem Bildmessflug ermittelten oft mehrere Terrabyte umfassende Datenmenge eine qualitativ hochwertige Luftbildauswertung im Sinne der Kundenvorgaben beispielsweise für Geländemodelle, Georeferenzierung oder 3D-Modellierungen vorgenommen werden.

Oder wie der Diplom Ingenieur Trefalt es augenzwinkernd zusammenfasst „Die Weser ist der Datensammler und die AVT der Datenveredler.“

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