Mode aus Alpaka-Wolle
Das „Vlies der Götter“ aus dem Münsterland

Greven -

Das Ballenlager gehörte zu den Markenzeichen der Grevener Textilindustrie. Jetzt wird es zum Ort einer Premiere. Dr. Angelika Freitag stellt dort ihre erste Modelinie vor, die auf reiner Alpaka-Wolle basiert.

Mittwoch, 26.09.2018, 06:15 Uhr aktualisiert: 26.09.2018, 06:20 Uhr
Eleganter Poncho aus Alpaka-Wolle.
Eleganter Poncho aus Alpaka-Wolle.

„Alpaka Royal Fashion“, so hat die Züchterin aus Ladbergen ihre schicke Linie genannt.

„Die Modebranche muss erkennen, dass die geringe Qualität der aus Südamerika kommenden Alpakaprodukte nicht unser Maßstab ist. Die von uns erzeugten Garne aus Vily-Alpaka sind First-Class – also mit einer Ware aus den besten Qualitäten aus Nordamerika vergleichbar“, unterstreicht Freitag ihr Zuchtergebnis.

„A Day with Audrey Hepburn “ – die Modenschau am 18. November orientiert sich an der Wertigkeit der feinen Alpakafaser und der visionären Klarheit, mit der Angelika Freitag als Züchterin ihre Ziele umsetzt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Seit mehr als 16 Jahren züchtet die Umweltmedizinerin Vilya-Alpakas für die Fasergewinnung. Mit fünf Tieren startete sie ihre Zucht. Heute leben auf der Aabach-Farm in Ladbergen über 250 Tiere. First-Class Freilandhaltung im Offenstall und ausgewogene Ernährung seien die Basis für den Zuchterfolg der „First-class-fiber“.

Am Anfang der heute erfolgreichen Vilya-Zucht stand die Recherche. Es wurde mit der Faser experimentiert, Musterstoffe und Schals entstanden. Die Faser der Vilya-Alpakas sei, so die Mitteilung, perfekt für feinste Garne und Stoffe. Ziel einer jeden High-end-Zucht sei es, ein Alpaka mit lebenslanger Baby-Alpakaqualität zu züchten. Dies sei etwas ganz Besonderes, denn üblicherweise verschlechtere sich die Faser von Jahr zu Jahr, und die meisten Alpakas hätten nur im ersten Lebensjahr „Babyfaser“.

Die Aabach-Farm produziert derzeit für die Weiterverarbeitung zur Garnherstellung eine Ausbringungsmenge von 100 bis 150 Kilo der Edelfaser im Jahr. Das zeige, die große Herausforderung bei der Herstellung von Alpakaprodukten sei die Menge. Gute Alpakas haben leichte Fasern, und nur einmal im Jahr – im Mai nach den Eisheiligen – werden die Tiere geschoren. Der Ertrag dieser Faser liegt bei 500 bis 1000 Gramm pro Tier.

Aus der Edelfaser werden in der regionalen Handweberei Gönner in Emsdetten exklusive Stoffen gefertigt.

Gemeinsam mit der Modedesignerin Jessica Reyes Rodriguez aus Emsdetten liegt die erste Kollektion auf dem Zuschneidetisch.

Zusammen mit der Züchterin verfolgt sie ein Ziel: Hinter ihrer Arbeit steht die Überzeugung, hochwertige Mode mit ökologischem Wert und ethischem Sinn zu schaffen. Jessica Reyes Rodriguez gründete 2009 das Modelabel „Queen and Princess“. Ihre Kollektionen basieren zumeist auf G.O.T.S-zertifizierten Stoffen und Biobaumwolle, heißt es in der Mitteilung.

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