Greven Klassik – 50 Jahre Tradition der Aulakonzerte
Hier passte alles zusammen

Greven -

Vor einem exquisiten Jubiläums-Konzert im Ballenlager gab es am Sonntagabend von Dr. Stefan Erdmann erst einmal einen Dank an Klaus Spruch und Dr. Bernhard Sommer. Denn vor 50 Jahren haben diese beiden engagierten Liebhaber feinster klassischer Musik eine Konzertreihe ins Leben gerufen, die auf hohem künstlerischem Niveau und großer Akzeptanz beim Publikum einmalig ist.

Dienstag, 02.10.2018, 17:52 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 17:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 02.10.2018, 17:52 Uhr
Professor Joachim Harder und die „EinKlang-Philharmonie für Alle“, „Kammerchor attacca“ sowie „Kammerchor St. Lamberti“.
Professor Joachim Harder und die „EinKlang-Philharmonie für Alle“, „Kammerchor attacca“ sowie „Kammerchor St. Lamberti“. Foto: Axel Engels

Wenn „Greven Klassik – 50 Jahre Tradition der Aulakonzerte“ zu würdigen ist, muss man dies auch mit einem ganz besonderen Konzert machen, und zu diesem Anlass passt wohl kein Werk besser als Ludwig van Beethovens „Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125“.

Professor Joachim Harder und die „EinKlang-Philharmonie für Alle“ aus Münster haben in den vergangenen Jahren wiederholt mit unterschiedlichen Programmen in Greven konzertiert, und da war es sicherlich passend, dieses Orchester zu diesem Anlass ins restlos ausverkaufte Ballenlager einzuladen.

Aber Harder teilte sich an diesem Abend den Platz am Dirigentenpult gleich mit zwei Kollegen. Unter seiner Führung erklangen die „Einleitung – Die Vorstellung des Chaos“ sowie ein Rezitativ und eine Arie aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, wobei Chor und Orchester ihre ganzen Qualitäten in einen jederzeit stimmigen Dialog einbringen konnten.

Michael Mgl und Zachariah Njoroge Kariithi hatten die solistischen Partien übernommen, ihre Stimmen konnten sich warm timbriert über dem farbenreichen Klang von Chor und Orchester entfalten.

Da der „Kammerchor attacca“ sowie der „Kammerchor St. Lamberti“ an diesem Konzert als großes Chorensemble mitwirkten, wurden auch drei reine Chorwerke ins Programm aufgenommen.

Daniel Lembeck führte das große Chorensemble bei „Hear my prayer, o Lord“ von Sven-David Sandström sowie „Immortal Bach“ von Knut Nystedt. Er wusste mit versierter Kunst die Sängerinnen und Sänger durch diese sehr anspruchsvollen Werke zu führen. Gesangstechnische Anforderungen wurden dabei mit Bravour erfüllt, konnten sich die Sängerinnen und Sänger ganz auf dem Inhalt jenseits des reinen Notentextes widmen.

Unter Alexander Töpper erklang dann „Urlicht – nach Mahler“ von Clytus Gottwald auf gleich hohem künstlerischen Niveau. Nach der Pause gab es dann die von allen Besuchern mit Spannung erwartete Beethoven-Sinfonie.

Vor einigen Wochen hatte ein recht diskutables Aufführung dieses Werkes mit der „Neuen Philharmonie Westfalen“ in Lengerich gegeben, bei dem der Rezensent nachher ein langes Gespräch mit Prof. Harder über die nicht so geglückte Aufführung führen konnte. Harder versprach, dass diese „Kritikpunkte“ beim Konzert in Greven nicht auftauchen würden, und an diesem Abend löste er dieses Versprechen mit einer bis ins kleinste Detail mitreißenden Interpretation der allseits bekannten Sinfonie ein.

Intensive Probenarbeit und eine stilistisch perfekte Vorstellung von der musikalischen Umsetzung zeigte da ihre Früchte, erlebte das Publikum eine Beethoven-Interpretation, die man so schnell nicht vergessen wird.

Da gab es kein überzogenes Pathos, wusste das Orchester im ersten Satz die grandiosen Atmosphäre des „Allegro ma non troppe, un poco maestoso“ mit Akribie und Feinsinn ein lebendiges Gewand zu verleihen.

Der zweite Satz mit seinem Scherzo , dem Trio und der Coda erklang mit großer Lebendigkeit, wobei der abwechslungsreiche Dialog zwischen den Streichern und den Bläsern einfach bestens gelang. Im langsamen Adagio-Satz gelangen wunderbar lyrisch-poetische Momente.

Der vierte Satz hat die „Neunte“ ja weltberühmt gemacht. Als Gesangsolisten wirkten da die Sopranistin Sophie-Magdalena Reuter, die Mezzosopranistin Tina Drole, der Tenor Michael Mogl sowie der Bariton Zacharia Njoroge Kariithi mit, waren die solistischen Partien also bestens besetzt.

Auch der Chor konnte die sehr hohen Anforderungen dieses Satzes mit differenzierter Gesangskultur bestens erfüllen.

Der Dialog zwischen Chor und Orchester funktionierte einfach wunderbar, und die vier Solisten wussten mit Präsenz und Leidenschaft zu glänzen. Solch einen „Beethoven“ erlebt man nur selten – ein bewegendes Musikerlebnis.

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