Grevens erste Realschule wurde 1963 gegründet
Schulen im ständigen Wandel

Greven -

Vor fast 60 Jahren hatten die Grevener Schüler kaum eine Wahl. Damals gab es nur Volksschulen und Gymnasium. Dann, 1963, wurde die städtische Realschule gegründet. Der erste Jahrgang wurde noch in der Martinischule unterrichtet und feiert am Wochenende 50 Jahre Schulentlassung.

Donnerstag, 11.10.2018, 16:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 15:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 11.10.2018, 16:00 Uhr
Nördlich des kreisrunden Parkhauses ist die Martini-Grundschule zu sehen. Das alte Schulgebäude lag westlich des heute bestehenden, in etwa dort, wo jetzt die Straße verläuft. Dort fand 1963 der erste Unterricht der Städtischen Realschule statt.
Nördlich des kreisrunden Parkhauses ist die Martini-Grundschule zu sehen. Das alte Schulgebäude lag westlich des heute bestehenden, in etwa dort, wo jetzt die Straße verläuft. Dort fand 1963 der erste Unterricht der Städtischen Realschule statt. Foto: Geonetz

Die Grevener Schullandschaft ist bunt. Grundschulen, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium bieten – fast – für jeden Schüler die passenden Möglichkeiten, sich zu bilden. Doch: Das war nicht immer so. Noch bis 1963 konnten die Grevener Schüler nur zwischen der achtklassigen Volksschule und der Rektoratsschule (später Gymnasium) wählen. Erst dann kam eine neue Schulform hinzu: die Realschule. Der erste Jahrgang dieser neuen städtischen Realschule feierte vor genau 50 Jahren den Abschluss – und trifft sich am kommenden Samstag wieder zum Jubiläums-Klassentreffen.

In den 1960er-Jahren wurde in Greven über die künftige Ausrichtung der Schullandschaft diskutiert. Am 14. März 1962 beschloss der Rat mit nur einer Stimmenthaltung die Gründung einer Realschule. „Die Realschule ist notwendig zur Ausbildung qualifizierter Kräfte für Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie“, verdeutlichte damals Ratsmitglied Hans Galen.

Und: Die Stadt hatte es eilig. So wurde die Schule quasi ohne eigenes Gebäude 1963 gegründet. Der erste Unterricht fand im alten Gebäude der Martinischule statt. Dieses Gebäude stand quasi dort, wo heute die Straße „An der Martinischule“ verläuft. Zwei Klassen gab es damals, natürlich brav nach Männlein und Weiblein getrennt. Aber: Es konnte nicht jeder, der wollte, diese neue Schule besuchen. Nein, es wurde ein dreitägiger Probeunterricht als Aufnahmeprüfung durchgeführt. Und von den 79 Prüflingen bestanden tatsächlich nur 66 diese Prüfung. Leiter der ersten Realschule wurde Kurt Boldt.

Parallel zum Schulbetrieb wurde das neue Realschulgebäude an der Lindenstraße gebaut. Das wurde dann im Juni 1966 eingeweiht, kurz darauf wurde dieser Bau erweitert. Diese Erweiterung wurde im Frühjahr 1969 fertig gestellt.

Von den 66 ersten Realschülern schafften es 30 Jungen und 25 Mädchen bis zum Abschluss. Der damalige Bürgermeister Aloys Wähning betonte, dass man mit der Realschule einen Beitrag für den Nachholbedarf auf dem Gebiet des Bildungsdefizits geleistet habe. „Wie sehr die Schule einen Bedarf deckt, zeigt auch der jetzige Ansturm von 132 Neulingen, die allein aus dem eigenen Stadtgebiet kommen“, sagte Wähning 1968.

Aus der Städtischen Realschule wurde später die Anne-Frank-Realschule, die in den Westen der Stadt umzog. Die insgesamt zehn Bauerschaftsschulen in Greven wurden nach und nach geschlossen. Aus den Volksschulen St. Martinus, Marien, Josef und Luther wurden Grundschulen. Später wurden zwei Hauptschulen gegründet, eine zweite Realschule kam hinzu. Die letzten drei genannten sind inzwischen wieder Geschichte.

Und: Auch in Zukunft wird sich die Schullandschaft wohl weiter verändern (müssen). Denn inzwischen gibt es wieder viele Grevener Kinder, die keine weiterführende (Haupt-)Schule in Greven besuchen können.

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