Nabu ist gegen Kollektorenfeld in der Emsaue
„Nicht mit Naturschutz vereinbar“

Greven -

Die Stadt Greven möchte in der Emsaue Kollektoren zur Gewinnung von Erdwärme verlegen, um damit neben anderen Gebäuden auch das Rathaus mit Wärme zu versorgen. Doch: Der Naturschutzbund Kreis Steinfurt ist nicht begeistert davon und lehnt das Projekt in dieser Form ab.

Freitag, 12.10.2018, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 13:29 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 14:00 Uhr
So sehen die Pläne der Stadt für das Erdwärme-Kollektorenfeld in der Emsaue zwischen Fußgängerbrücke und der Brücke am Freibad aus. der Nabu ist davon allerdings nicht begeistert
So sehen die Pläne der Stadt für das Erdwärme-Kollektorenfeld in der Emsaue zwischen Fußgängerbrücke und der Brücke am Freibad aus. der Nabu ist davon allerdings nicht begeistert Foto: Stadt Greven

Die Idee ist so einfach wie gut, ja fast genial. Denn die Fakten sprechen für sich. Greven hat kein Geld, ist immer nah an der Pleite. Aber: Greven hat auch ein völlig marodes Rathaus, das aus Denkmalschutzgründen nicht abgerissen werden darf. Es muss also saniert werden, vor allem energetisch. Und da kommt der geniale Plan ins Spiel. Man verlege in der Emsaue ein Kollektorenfeld zur Gewinnung von Erdwärme. Damit wird dann unter anderem das Rathaus beheizt. Und jetzt der Clou: Aufgrund dieser sehr ökologischen Vorgehensweise gibt es reichlich Geld vom Land.

So weit, so gut. Müsste doch eigentlich jeder gut finden diese Idee. Ganz besonders doch eigentlich die Naturschutzverbände. Doch: Die – zumindest der Nabu – halten wenig davon. „Aus unser Sicht sind die aktuellen Planungen der Stadt Greven nicht mit den naturschutzfachlichen Erfordernissen und Zielsetzungen vereinbar und daher abzulehnen“, verdeutlicht Gisbert Lütke, Geschäftsführer des Nabu Kreisverbandes Steinfurt, auf Anfrage dieser Zeitung.

Doch: Was gibt es denn da zu bemängeln? „Mit der Errichtung eines Kollektorenfeldes an der geplanten Stelle ist eine Fördermittelkonforme Entwicklung eines Auenbereiches nicht mehr möglich“, so die Ansicht von Lütke. Letztendlich zum Schutz der verlegten Wärmeschleifen müsse permanent eingegriffen und die Oberfläche freigehalten werden. Bei Undichtigkeiten seien Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich. „Und das ist mit dem Naturschutz nicht vereinbar.“

Als Naturschutzverband verfolge der Nabu in erster Linie naturverträgliche Vereinbarungen. „Zu diesem Zweck haben wir der Stadt Greven sowie auch der Bezirksregierung Münster einen Lösungsvorschlag unterbreitet, der sicher ein wenig aufwendiger aber letztendlich beiden Zielsetzungen wie der Nutzung erneuerbarer Energien und wirkungsvollem Natur- und Artenschutz gedient hätte.“ Aber: Die Diskussion dieses Lösungsansatzes sei nur von kurzer Dauer gewesen.

Letztlich gehe der Nabu davon aus, eine einvernehmliche Lösung entwickeln zu können. „Auch wenn die Option einer langwierigen und unter Umständen bauverzögernden Verwaltungsgerichtlichen Überprüfung besteht, bemühen wir uns weiterhin um einen konsensorientierten Lösungsansatz“, so Lütke. Erreichbar sei dieser allerdings nur, wenn letztendlich die ursprünglich vereinbarten Zielsetzungen und auch die gesetzlichen Normierungen die Basis zukünftiger Gespräche bilden würden.

Lütke wirft der Stadt Greven auch ein taktisches Vorgehen vor. „Offensichtlich um Zeit-, Termin- und Entscheidungsdruck zu erzeugen, wurde das von der Stadt Greven geplante Kollektorfeld erst in einem sehr späten Stadium der laufenden Baumaßnahmen ins Gespräch gebracht.“

Und nicht zuletzt wird auch der jetzige „Emsbeach“ scharf kritisiert. „Aus einer ausschließlich für das Jahr 2007 vorliegenden begrenzten Genehmigung wurde schleichend eine geduldete aber eben nicht offizielle Nutzung“, so Lütke. Die Beobachtungen dieses Sommers würden für sich sprechen. „Eine noch im Bau befindliche Naturoptimierung wird zum geduldeten Anlaufpunkt mit Bahnanschluss für Sonnen- und Badehungrige. Wie mag sich das in Zukunft entwickeln?“

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