Risse im Gremme-Speicher / Denkmal soll erhalten werden
„Aktuell kein Handlungsbedarf“

Greven -

Die Risse sind nicht zu übersehen. Und deshalb ist Jürgen Diesfeld (CDU) in großer Sorge. „Wenn dieser Speicher irgendwann eines Morgens zusammengebrochen ist, und es kommen dann irgendwelche Argumente, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Dieser Speicher ist ein Kernstück der geplanten Bebauung.“ Er will sichergestellt wissen, „dass dieser Speicher auf jeden Fall erhalten bleibt.“

Dienstag, 16.10.2018, 07:20 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 16.10.2018, 07:17 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 16.10.2018, 07:20 Uhr
Die Risse sind nicht zu übersehen – sie sind nach Erkenntnissen der Stadt aber nicht neu, sondern waren nur durch Efeu überdeckt.
Die Risse sind nicht zu übersehen – sie sind nach Erkenntnissen der Stadt aber nicht neu, sondern waren nur durch Efeu überdeckt.

Was Diesfeld so engagiert argumentieren ließ: der bauliche Zustand des Gremme-Speichers, letztes Überbleibesel des gleichnamigen Hofes auf jenem Areal an der Hanseller Straße, das gerade für eine Wohnbebauung vorbereitet wird. Mit schwerem Gerät werden Kanäle verlegt und Straßen-Trassen gezogen. Diesfelds Befürchtung: dass dem Speicher durch Erschütterungen (Rüttler, Bagger oder ähnliches) so großer Schaden zugeführt wird, dass er letztlich nicht mehr zu retten ist.

Diesfeld steht mit der Sorge – vorgetragen neulich im Planungsausschuss – nicht alleine da. Auch der Grevener Werner Thiel wies in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Mails auf die Risse im Gebäude hin, forderte Baustopp und Sicherungsmaßnahmen und warf der Stadtverwaltung Untätigkeit vor.

Das nahm im Ausschuss nun Matthias Herding (im Rathaus für Stadtentwicklung zuständig) zum Anlass, die städtische Position zu verdeutlichen. Die Risse habe es schon vorher gegeben, doch erst durch die Entfernung des dichten Efeus seien diese so offen zu Tage getreten. „Es gibt eine umfassenden Fotodokumentation aus August diesen Jahres, also vor der Baumaßnahme. Wir konnten vor Ort keine Veränderung an den Rissen sehen.“ Ein Fachmann werde einen Vorher-Nachher-Vergleich anstellen. „Es wird auch im Rahmen der Baumaßnahme auf das Denkmal Rücksicht genommen“, betonte Herding. Es sei Ziel, das Denkmal zu erhalten und durch einen gläsernen Anbau aufzuwerten. „Von daher sehen wir aktuell keinen Handlungsbedarf, den Bau still zu legen.“ Im Gegenteil. Bei den Baufirmen gebe es eine klares Gespür dafür, dass man im Umfeld eines Denkmals arbeite.

Diesfeld reichte diese Zusicherung nicht. Er habe in Greven schon erlebt, dass Gebäude erhalten werden sollten, „und plötzlich waren sie nicht mehr da und es gab dann irgendeine Erklärung“. Eine Fotodokumentation reiche nicht aus, gegebenenfalls müsse man auch Sicherungsmaßnahmen ergreifen.

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