Kunsthandwerk zum Über-die-Schulter-Schauen im Kulturzentrum
Filigranes Zinn aus Boxer-Händen

Greven -

Es ist ein buntes und kreatives Durcheinander. Hier selbst gebastelter Schmuck, dort selbst gestrickte Socken und ein paar Meter weiter künstlerische Holzfiguren – am Sonntag war wieder Kunsthandwerkermarkt in Ballenlager und Kulturschmiede.

Sonntag, 21.10.2018, 18:20 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.2018, 18:05 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 21.10.2018, 18:20 Uhr
Der Mann mit der Kappe, Gerd Stemmer, früher übrigens Schwergewichtsboxer, liebt die Arbeit mit Zinn. Inzwischen hat er unzählige Vorlagen, aus denen er neue Figuren gießt.
Der Mann mit der Kappe, Gerd Stemmer, früher übrigens Schwergewichtsboxer, liebt die Arbeit mit Zinn. Inzwischen hat er unzählige Vorlagen, aus denen er neue Figuren gießt. Foto: Peter Beckmann

Viele „Handwerker“ sind lange bekannt, einige sind neu dabei und bieten ihre kreativen Produkte feil. Gerd Stemmer zum Beispiel hat sich kaum einen Kunsthandwerkermarkt in Greven entgehen lassen. Und auch beim Weihnachtsmarkt ist er meistens dabei. An seinem Stand kann man Zinnfiguren kaufen, aber auch zuschauen, wie sie gemacht werden. „Das ist mein Hobby, das macht mir einfach Spaß“, erzählt er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich habe damit immer viel zu tun und kann mich so vor der Hausarbeit drücken.“ Hoffentlich liest seine Frau diese Zeilen nicht, aber eine Ahnung wird sie sicherlich haben.

Seit 30 Jahren beschäftigt sich Stemmer mit dem Zinngießen. Zum Hobby gekommen ist er, als er bei einem Volkslauf einen Mann aus dem Erzgebirge traf. Der erzählte ihm vom Zinngießen, gab ihm sozusagen den Virus weiter. „Wir treffen uns heute noch oft, aber ich bin inzwischen verrückter als er selbst“, erzählt Stemmer.

Als ehemaliger Bergarbeiter, der nach einer Explosion in einem Stollen den Job an den Nagel hängte und Krankenpfleger wurde, schuf er zunächst Figuren aus dem Bereich Bergbau. Inzwischen hat er ein riesiges Repertoire. Die größte Kunst bei seinem Hobby ist nicht das Gießen der Figuren. „Ich muss natürlich erst einmal Vorlagen basteln.“ Da erzählt er von Kisten aus Legosteinen, in denen er Synthetik-Kautschuk einfüllt, die Vorlage hinein drückt, aber nur bis zur Hälfte. Dann das ganze nochmal mit der zweiten Hälfte. Die Kautschuk-Vorlage muss dann noch mit Guss- und Luftkanäle versehen werden – fertig. Hört sich einfach an, erfordert aber ein ruhiges Händchen.

Ja, und diese „hohlen“ Kautschuk-Vorlagen werden dann mit heißem Zink befüllt. Und wenn alles richtig verläuft hat er wieder eine neue Figur. Geht‘s in die Hose, wird der Zinn wieder eingeschmolzen. Und zum Schluss werden dann auch einige Figuren mit feinstem Pinselstrich bemalt. „Da müssen Sie aber eine ganz ruhige Hand haben“, sagt ein Beobachter. Stemmer ist um eine Antwort nicht verlegen. „Ich habe immer eine Flasche Kognak dabei stehen“, sagt er. Aber: Man sieht es seinem verschmitzten Lächeln an, dass das wohl gelogen ist.

Kunsthandwerkermarkt im Grevener Kulturzentrum

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Auf acht bis zehn Märkten stellt er im Jahr aus. Und, angesprochen auf das Finanzielle, geht es ihm wie den meisten der Aussteller in Ballenlager und Kulturschmiede. „Das ist mein Hobby, verdienen kann man daran nur wenig“, sagt er und fügt hinzu. „Das will ich auch gar nicht. Der Gewinn muss für Kartoffelsalat und eine Bratwurst reichen.“

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