Stadt präsentiert ein Konzept mit detaillierten Vorgaben
Integration mit vielen Helfern

Greven -

Die Broschüre ist bunt. Sie zeigt Migranten und Alt-Grevener. Und sie ist das Ergebnis eines Arbeitsprozesses, an dem rund 240 Bürger beteiligt waren. Grevens Integrationskonzept wurde am Dienstagabend im Rathaus präsentiert. Und Bürgermeister Peter Vennemeyer gab die Marschrichtung vor: „Wir haben ein tolles Konzept, aber jetzt muss es auch gelebt werden.“

Donnerstag, 08.11.2018, 11:20 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 11:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 11:20 Uhr
Sie sind stolz auf der Integrationskonzept der Stadt (v.l.): Claudia Niemeyer, Jennifer Schmitz, Dr. Bernhard Hülsken, Beate Tenhaken, Cosimo Palomba, Peter Vennemeyer, Friedhelm Meyer, Christa Kriete und Heinz Kues.
Sie sind stolz auf der Integrationskonzept der Stadt (v.l.): Claudia Niemeyer, Jennifer Schmitz, Dr. Bernhard Hülsken, Beate Tenhaken, Cosimo Palomba, Peter Vennemeyer, Friedhelm Meyer, Christa Kriete und Heinz Kues. Foto: Günter Benning

Vertreter der Flüchtlingshilfe der evangelischen und katholischen Gemeinde sowie des Reckenfelder Bürgervereins machten dabei klar: Das Konzept kommt von der Basis. Und es wird schon längst gelebt.

Mit der Basisorientierung hat Greven offenbar eine Alleinstellung: „Da unterscheiden wir uns von anderen Gemeinden“, ist sich Beate Tenhaken, Fachbereichsleiterin für Soziales, Jugend, Bildung, sicher.

Die Initialzündung für den Konzept-Prozess war die Flüchtlingswelle, die 2015 übers Land ging. Teilweise waren über 1000 Geflüchtete in städtischen Quartieren untergebracht.

„Heute sind es noch 397“, sagt Claudia Niemeyer vom Zentralen Steuerungsdienst im Rathaus. Davon sind 248 Asylbewerber, der Rest bereits anerkannte Geflüchtete. Alleine mit Hilfe des städtischen Wohnraummanagers war es gelungen, rund 200 Wohnungen für Geflüchtete zu finden.

Zahlen, die deutlich machen: Viele Geflüchtete haben heute bereits eine eigene Wohnung. Mehr als ein Drittel, hieß es jüngst in einer bundesweiten Mitteilung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, habe einen Job.

„Gerade habe ich einen Syrer im Geschäft gesehen“, sagt Heinz Kues von der Flüchtlingshilfe der St. Martinus-Gemeinde. „Er arbeitet bei DHL und lieferte aus.“

Insgesamt gab es in Greven zwischen 250 und 300 ehrenamtliche Helfer bei der Integration von Geflüchteten. „Und dann gab es noch die frei flottierenden“, ergänze Christa Kriete vom Caritasverband. Also etwa jene älteren Frauen, die aus Eigeninitiative die Zugezogenen besuchten, Unterricht erteilten, Wohnungen organisierten.

Teilweise auch Wohnungen, die eigentlich auf dem Markt gar nicht vorhanden waren, weil Grevener dann doch noch leer stehende Räume in ihren Häusern vermieteten.

„Eigentlich hat sich die Lage entspannt“, sagt Beate Tenkhaken. Daher konnte man sich für das 107 Seiten starke Integrationskonzept auch Zeit nehmen. Am Ende entstand ein Papier, das Probleme aufzeigt, die aktuelle Situation nach 2015 darstellt und viele Ansprechpartner und Wege nennt, die für eine Integration hilfreich sind.

Das ist alles ganz bodenständig. Bei Trägern und Maßnahmen im Bereich der Gesundheit tauchen die Anonymen Alkoholiker ebenso auf wie der Reha Sport Greven.

Deutlich wird in dem Papier auch: Für viele Grevener Vereine und Institutionen ist der Umgang mit Migranten normal. „Wir haben bei uns im Fachbereich Menschen mit Migrationshintergrund“, sagt Beate Tenhaken, „eine Bereicherung.“ Und für die ehrenamtliche Seite ergänz Heinz Kues ein wichtiges Motiv seiner Arbeit: „Etwas Spaß muss es ja auch machen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6173424?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Ein Hauch von Hollywood
Hollywood-Flair vor der Gooiker Halle: Für die Filmpremiere von „Eises Kälte“ wurde extra der rote Teppich ausgerollt.
Nachrichten-Ticker