80 Jahre nach der Reichspogromnacht
Erinnerung an Walter Weyl

Greven -

Walter Weyl war ein Opfer der Judenverfolgung. Viele Jahre lang lebte er in Greven.

Freitag, 09.11.2018, 14:44 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 10:44 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 14:44 Uhr

Walter Weyl entstammte einer jüdischen Familie und lebte eine lange Zeit in Greven. Er besuchte als Kind eine evangelische Volksschule und konvertierte später zum Katholizismus. Dennoch wurde er von den Nationalsozialisten als Jude verfolgt.

Die Reichspogromnacht jährt sich heute zum achtzigsten Mal. Am 9. November 1938 wurden unzählige Juden misshandelt, diskriminiert und getötet. Das Attentat am 7. November 1938 auf den Legationsrat der deutschen Botschaft in Paris, Ernst vom Rath, durch den siebzehnjährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan nahmen die Nazis zum Anlass für einen gegen die Juden gerichteten und angeordneten Pogrom. Jüdische Geschäfte und Gotteshäuser wurden zerstört. Auch Walter Weyl litt unter den Folgen dieses Tages.

Jahrelang verdiente er sein Geld in einem Geschenkwarengeschäft, das er 1929 eröffnete. Er lebte glücklich zusammen mit der verwitweten Hebamme Anna Delcour und ihrer Familie.

Doch sollte sich im Sommer 1935 alles ändern. Weyl wird von einem Grevener SS-Trupp aus dem Laden gezogen und angekettet. Sie legten ihm ein Schild um den Hals, das besagte, er sei als Jude nicht wert, unter Deutschen zu leben.

Er wurde gedemütigt, geschlagen, misshandelt und durch die Marktstraße getrieben.

Noch am selben Nachmittag entschloss er sich Greven zu verlassen. Er zog nach Gronau, zu seinen Eltern und wanderte später, im Jahr 1938, in die Niederlande aus. In Enschede versuchte er sich eine neue Existenzgrundlage aufzubauen. Der Versuch scheiterte jedoch.

Da durch die Pogromereignisse in Deutschland viele Juden ebenfalls nach Enschede kamen, versuchte er daraufhin, in einer kleinen Pension den Emigranten zu helfen. Er kochte für sie und versuchte ihnen bei bürokratischen Fragen zu helfen.

Als am 10. Mai 1940 die deutsche Wehrmacht die Niederlande überfiel, verloren die Ausgewanderten Juden ihre Sicherheit. Nun wurden sie auch hier verfolgt und festgenommen. So auch Walter Weyl. Am 27. Juli 1942 wurde er mit dem Zug nach Ausschwitz gebracht. Am 29. Juli 1942 wurde er schließlich im Konzentrationslager getötet.

An der Bergstraße erinnert eine kleine Gasse an Walter Weyl, dessen Schicksal für das von Millionen verfolgter und getöteten Juden in der Nazizeit steht.

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