Aolt Greiwen
„Aolt Greiwen liärwet noa“

Greven -

„Aolt Greiwen“ war der Name der ehemaligen „Gaststätte und Café“ der Eheleute Paul („Billy“) und Maria Syben, danach der Eheleute Anneliese und Hans Schiffels an der Marktstraße 38.

Freitag, 09.11.2018, 14:52 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 14:52 Uhr
Die ehemalige Kneipe „Aolt Greiwen“.
Die ehemalige Kneipe „Aolt Greiwen“. Foto: Heimatverein

Viele alte Grevener erinnern sich noch daran, dass in der Gasse links neben dem Haus ein Fenster war, durch das Anneliese Schiffels ihnen Speise-Eis verkaufte. Letzter Wirt von „Aolt Greiwen“ war ihr Sohn Peter Schiffels. Ende März 2004 wurde „Aolt Greiwen“ geschlossen, seitdem befindet sich in diesem Hause ein Blumengeschäft.

Der Lehrer und Volkskundler Friedrich Herkarn hat seit 1949 zu historischen und volkskundlichen Themen mit Grevener Bezug nicht nur viele Aufsätze in den Grevener Tageszeitungen und in Festschriften veröffentlicht. Er hat auch 1954 das Schulbuch „Aolt Greiwen“ für die Schüler des 3. und 4. Jahrgangs geschrieben, um ihnen Geschichte und Brauchtum Grevens anhand von wichtigen Einzelaspekten im Fach Heimatkunde vorstellen zu können.

Im Jahre 2000 hat er erneut ein Buch herausgegeben mit dem Titel „Aolt Greiwen liärwet noa“. Darin sind neben Aufsätzen zur Grevener Geschichte, zum Brauchtum, zu Märchen und Sagen und zu Pluggen Hiärm auch zwei Gedichte aus dem Jahre 1880 enthalten.

Denn „Aolt Greiwen“ ist auch Teil einer Gedichtüberschrift, die vollständig lautet: „Aolt Greiwen is nich mähr“. Dieses in Plattdeutsch geschriebene Gedicht erschien im Jahre 1880 in der Broschüre „Kleine Große Karnevalsgesellschaft Greven“. Das Gedicht stammt, so vermutet Pile Herkarn, wegen der Unterschrift „v. F u. O“, zumindest anteilig vom Grevener Heimatdichter Carl Otto.

Dieses Gedicht trauert der „guten alten Zeit“ nach, alles werde neu, statt „Solo“ werde „Skat“ gespielt, weite Fußwege seien nicht mehr üblich, auch die Frauen besuchten jetzt Wirtshäuser, statt der Pfeife würden jetzt Zigarren geraucht und es gebe nun viele Fabriken im Dorf. Es endet mit den Zeilen: Un immers grötter de Verkähr / Aolt Greiwen is nich mähr!

Noch im selben Jahre erschien das Gegen-Gedicht, der Autor ist unbekannt, mit dem Titel „Aolt Greiwen is et noch!“ Zunächst erfolgen darin Hinweise darauf, was doch alles wie früher sei. Und dieses Gedicht endet mit den beiden Zeilen: „Drüm bliefk daobi un säggt et doch: Aolt Greiwen is et noch!“

Und so dachte auch Pile Herkarn. Deshalb gab er seinem letzten Buch auch den Namen „Aolt Greiwen liärwet noa“.

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