Bauarbeiten starten nächste Woche
Millionen gegen Mikroplastik

Greven -

In der kommenden Woche beginnen die Arbeiten an der vierten Reinigungsstufe im Grevener Klärwerk – eine Maßnahme gegen Mikroplastik und Mikroschadstoffe (Pestizide, Antibiotika und andere Arzneimittelrückstände) im Abwasser.

Freitag, 16.11.2018, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.11.2018, 13:39 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 16.11.2018, 14:00 Uhr
Die drei vorhandenen Reinigungsstufen können Mikroplastik und Mikroschadstoffe nur unzureichend herausfiltern, daher wird eine zusätzliche Filtertechnik eingebaut – obwohl Kommunen das (noch) nicht müssen.
Die drei vorhandenen Reinigungsstufen können Mikroplastik und Mikroschadstoffe nur unzureichend herausfiltern, daher wird eine zusätzliche Filtertechnik eingebaut – obwohl Kommunen das (noch) nicht müssen. Foto: Peter Beckmann

Mit dem Spatenstich im Juni waren Vorarbeiten angelaufen. „Ab der nächsten Woche erstellt eine Firma nun die Bauwerke“, informiert Klaus Rading, im Rathaus der Leiter des Geschäftsbereiches Abwasser.

„Wir streben an, dass die Bauarbeiten Ende 2019 abgeschlossen sind.“ Dem schließe sich dann zunächst ein Probebetrieb an, so dass die neue Filteranlage im Laufe des Jahres 2020 den regulären Betrieb aufnehmen könne, so Rading. Sie arbeite mit einem Aktivkohlesystem. Alles, was sich an diesen Filterstoff anhefte, werde aus dem Abwasser herausgefiltert. Dazu zählen Mikroschadstoffe, wie sie etwa in Medikamenten enthalten sind, die nach Ablauf des Verfallsdatums oft – entgegen der Empfehlung – über die Entsorgung via Toilette ins Abwasser gelangen. Vor allem aber soll die vierte Reinigungsstufe Mikroplastik herausfiltern – jene kleinen Partikel, die in den Weltmeeren zum immer größeren Problem werden. Als Greven sich vor Jahren entschloss, sich um eine Teilnahme am Pilotprojekt vierte Reinigungsstufe zu bemühen, war die Thematik Mikroplastik noch weitgehend unbekannt. Inzwischen ist das Problem durch mediale Präsenz im Alltag der Menschen angekommen.

Greven investiert über 4 Millionen Euro in die neue Technik. 80 Prozent davon erhält sie als Landes-Zuschuss zurück – dank der Teilnahme an dem Pilotprojekt. Bestandteil dieses Projektes ist auch eine wissenschaftliche Begleitung. Inzwischen, so Rading, liege auch hier eine mündliche Zusage vor, dass wiederum 80 Prozent dieser Kosten übernommen werden – also rund 250 000 Euro.

Greven ist eine der ersten Kommunen, die ihre Klärwerktechnik um eine derartige Reinigungsstufe ergänzt. Rading weiß, dass es in Dülmen eine solche gibt. Für die nächste muss man dann schon ins Lipperland (Barntrup) reisen.

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