Erstes Kesselhaus-Bar-Camp
Wenige Vorgaben – viele Ideen

Greven -

Der an einer Stellwand befestigte Papierbogen ist noch gänzlich unbeschriftet. Kein Programmablauf, keine vorgegebenen Themen. Vor ihm im Kreis sitzen Grevener Jugendliche. Und Marina Rosendahl, Ole Müther und Filip Takacs. Gemeinsam wagen sie sich beim Kesselhaus-Bar-Camp an ein Format, das sich Bar-Camp nennt und die Teilnehmer in hohem Maße an den Inhalten, dem Verlauf und letztlich auch den Ergebnissen beteiligt. Eine spannende Premiere, wie die Beteiligten später feststellen.

Sonntag, 18.11.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 06:53 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 18.11.2018, 07:00 Uhr
Ideen sammeln, Pläne schmieden, Projekte planen: Da es keine Vorgaben gibt, sind die Ergebnisse der jugendlichen Planer im Bar-Camp umso überrraschender.
Ideen sammeln, Pläne schmieden, Projekte planen: Da es keine Vorgaben gibt, sind die Ergebnisse der jugendlichen Planer im Bar-Camp umso überrraschender. Foto: th

Dass es kein vorgegebenes Programm an diesem Wochenende gibt, ist ein entscheidendes Merkmal eines Bar-Camps. Das Format stammt ursprünglich aus den USA, wo 2005 das erste dieser Art durchgeführt wurde.

Bei einem Bar-Camp handelt es sich um eine offene Tagung mit Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Bar-Camps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen.

Der methodische Ansatz passt zum Kesselhaus, wo Jugendliche eigenständig Projekte auf die Beine stellen. „Wir wollen nicht über die Jugendlichen bestimmen, sondern sie in hohem Maße beteiligen, mit ihnen zusammen überlegen und diskutieren. Ein Jugend-Bar-Camp bietet dazu viele Chancen“, verdeutlicht Marina Rosendahl, pädagogische Fachkraft und eine von zwei Koordinatorinnen im Kesselhaus.

Zusammen mit Ole Müther und Filip Takacs fungiert Marina Rosendahl an den kommenden beiden Tagen als Moderatorin und Begleiterin, spinnt mit den Jugendlichen Ideen und stößt neue Projekte an. Am Ende soll es nicht beim Austausch bleiben. Vieles von dem, was die Gruppe entwickelt, soll nicht nur auf dem Papier landen, sondern in die Tat umgesetzt wird.

Zunächst aber lernen sich die 14- bis 16-Jährigen kennen, erfahren etwas über das Format und das Kesselhaus. Und begeben sich anschließend an die Arbeit, strukturieren das Wochenende und legen sogenannte Sessions fest. In denen werden die Inhalte der Jugendlichen besprochen, Ideen gesammelt und Entscheidungen getroffen, welche an diesem Wochenende weiterverfolgt werden. Neben den eigentlichen Themen geht es also auch um Abstimmungs- und Aushandlungsprozesse.

Auf dem Projektzettel landen schließlich ein Casino-Abend, ein Tagesausflug und ein Filme-Abend im Kesselhaus. Weitere Sessions dienen dazu, aus den Ideen konkrete Projekte entstehen zu lassen. Und an dieser Stelle kommen die Moderatoren des Kesselhauses wieder ins Spiel. Sie unterstützen die Jugendlichen bei der Umsetzung, auch über das Wochenende hinaus.

Das erste Kesselhaus-Bar-Camp, das mit leerem Papier begonnen hat, endet am Sonntagmittag mit vielen beschrifteten Karten. Und der Erkenntnis, dass es an Ideen der Jugendlichen nicht mangelt. Auch aus diesem Grund ist Marina Rosendahl mit dem ersten Durchlauf zufrieden: „Wir hatten viel Freude und eine intensive Zeit zusammen.“

Die Premiere in Münster soll keine eine Eintagsfliege bleiben: Das nächste Kesselhaus-Bar-Camp ist für Frühjahr kommenden Jahres geplant.  

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