VSR-Verband untersucht zahlreiche Wasserproben aus Greven
Brunnenwasser nicht mehr trinkbar

Greven -

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltungen im Oktober in Greven abgegeben wurden.

Freitag, 23.11.2018, 16:52 Uhr
Harald Gülzow mit Wasserproben aus Greven.
Harald Gülzow mit Wasserproben aus Greven. Foto: VSR

In jeder neunten untersuchten Probe habe die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter, heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltverbandes, dessen Sitz in Kleve ist.

Insgesamt 72 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Milan Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Nordwalde – Greven – Saerbeck für die Untersuchung entgegen.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei die intensive Landwirtschaft, heißt es in der Mitteilung. Diese habe sich in den letzten zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen.

Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 167 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Vosskotten.

Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Aldrup mit 111 Milligramm pro Liter (mg/l) und in Wentrup mit 84 mg/l fest.

Dieses Wasser sei wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet.

Besonders wichtig sei außerdem, so die Mitteilung, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werde. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen.

Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so kann eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden.

Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu erhält man auf der Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/.

Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. „Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Nordrhein-Westfalen.

Dort werden nicht mal sechs Prozent der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR- Gewässerschutz.

Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten.

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