Münsterische Philharmonie beendet die Zusammenarbeit mit Greven Klassik
Einklang geht mit Bühnen-Krach

Greven -

Soviel Missklang war selten. Mit heftiger Kritik an den Organisatoren der Greven Klassik-Reihe wendet sich das münsterische Einklang-Orchester von der Emsstadt ab.

Samstag, 24.11.2018, 18:50 Uhr aktualisiert: 24.11.2018, 20:21 Uhr
Dr. Stefan Erdmann, Organisator der Grevener Klassik-Konzertreihe füllt sich von der Trennung des Einklang-Orchesters überrumpelt. Er spricht von Missverständnissen.
Dr. Stefan Erdmann, Organisator der Grevener Klassik-Konzertreihe füllt sich von der Trennung des Einklang-Orchesters überrumpelt. Er spricht von Missverständnissen. Foto: bn

Künftig werde man in Nachbarstädten wie Lengerich spielen, erklärt Einklang-Geschäftsführerin Lisa Bröker , in einem Interview mit dieser Zeitung (5. Lokalseite). Greven-Klassik-Organisator Stefan Erdmann hält das für „ein großes Missverständnis“.

Die Einklang-Philharmonie unter dem Dirigenten Prof. Joachim Harder führt seit vier Jahren Konzerte in Greven auf. Zunächst in der Aula des Augustinianums, zuletzt im Ballenlager. Bis zu der aktuellen Saison liefen die Einklang-Konzerte und die Angebote von Greven-Klassik parallel.

Dann gab es allerdings, initiiert durch Bürgermeister Peter Vennemeyer, den Versuch, die beiden klassischen Spieler unter einen Hut zu bringen. Erdmann: „Wir hatten eine große Konferenz mit Bürgermeister, Kulturamt, Einklang und uns.“ Fazit: Künftig sollten fünf Konzerte stattfinden, zwei Sinfoniekonzerte mit Einklang, die anderen Musiker suchte nach gewohnter Manier Erdmann aus.

Hinter der – mittlerweile problematischen Liaison – stand offenbar der Kostenfaktor. Das Budget für die Klassik-Konzert liegt bei 30 000 Euro im Jahr. Bei 130 Abonnenten, die um die 14 000 Euro aufbringen, schießt die Stadt rund die Hälfte aus dem Kultur-Etat zu.

Doch nach dem Zusammenschluss fühlte sich Einklang-Dirigent Harder und seine Geschäftsführerin Bröker von den Grevenern ignoriert.

Lisa Bröker kritisiert etwa den Flyer der Klassik-Reihe: „Die Kooperation wird nicht überzeugend dargestellt, das Logo ist schwer erkennbar.“ Die Gestaltung vermittele nicht den Eindruck einer neuen Reihe. Und: „Goldfarbe und Ährenkranz sprechen vermutlich nicht mal die Generation 70plus an und schon gar nicht moderne, aufgeschlossene, neugierige Menschen.“

Stefan Erdmann dreht allerdings den Spieß um: „Die Einklang-Leute wollten immer große Konferenzen mit uns.“

Dazu, sagt der Zahnarzt, der selbst musikalisch und bei der Reckenfelder Freilichtbühne aktiv ist, habe er keine Zeit: „Da tauscht man sich heute mit Emails aus.“ Und auch für die intensive persönliche Promotion für einzelne Konzert „habe ich nicht immer meinen Kopf in die Linse halten können.“

Er und Gregor Mausolf, der den Flyer für die Reihe erstellt habe – sie hätten stattdessen vergebens auf Informationen von Einklang gewartet.

Programmabläufe, Solisten – all das hätte man schließlich gebraucht, um planen zu können.

Den Abschied des Einlang-Orchesters bedauert Erdmann. Allerdings gebe es ausreichend Angebote, um Ersatz zu finden: „Das Orchester spielt ja auch erst seit vier Jahren in Greven.“

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