Städtebaulicher Wettbewerb zur Wohnbebauung in der Ortsmitte
Nun sind die Kreativen am Zug

Reckenfeld -

Die Sportplätze in der Ortsmitte – und wohl auch die alte Hauptschule – sind bald Geschichte. Wie das dort entstehende Wohnviertel aussehen wird, soll ein Wettbewerb klären.

Donnerstag, 29.11.2018, 09:38 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 10:00 Uhr
Das vorhandene Grün soll so weit wie möglich erhalten bleiben, das Mahnmal könnte möglicherweise versetzt werden.
Das vorhandene Grün soll so weit wie möglich erhalten bleiben, das Mahnmal könnte möglicherweise versetzt werden. Foto: Stadt Greven

Der Reckenfelder Ortskern wird sein Gesicht verändern und das schon sehr bald. Was genau auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule und auf den jetzigen Sportflächen entsteht, ist noch offen. Ideen sind gefragt, genau diese erhofft sich die Stadt nun. Der Bezirksausschuss Reckenfeld hat am Dienstagabend einen städtebaulichen Wettbewerb auf den Weg gebraucht, der Planungsbüros dazu motivieren soll, sich mit dem Areal zu befassen und kreative Vorschläge zur Gestaltung des künftigen Wohngebietes zu machen.

In diesem Wettbewerb, an dem bis zu 15 Büros teilnehmen können, sollen die Ergebnisse bisheriger Prozesse, also vor allem Reckenfeld 2020 und integriertes Handlungskonzept (iHK), berücksichtigt werden, wie Matthias Herding , für Stadtentwicklung zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung, ausführte. Man stelle den Büros die Ergebnisse dieser Prozesse (mit viel Bürgerbeteiligung) zur Verfügung, sie könnten diese als Grundlage für ihre eigenen Arbeiten nutzen.

Das ist auch deshalb wichtig, weil sich viele Reckenfelder dort eingebracht und Ideen entwickelt hatten, wie sich die Ortsmitte (und nicht nur das Wettbewerbsgebiet) entwickeln könnte/sollte. Vor allem gibt es seit Jahren zahlreiche Vorschläge zur Aufwertung und besseren Einbindung des Kirchplatzes. Dieser, so Herding, sei nicht Bestandteil des Wettbewerbes – und irgendwie doch. „Die Planer sollen sich schon Gedanken machen, wie sie das neue Quartier gerade dort an das Umfeld anbinden. Es geht aber nicht um eine Neuplanung des Kirchplatzes.“ Die Wettbewerbsteilnehmer sollen kreative Vorschläge präsentieren, wie die Bahnhofstraße (südliche Grenze des Wettbewerbsgebietes) und der Kirchplatz mit dem neuen Viertel vernetzt werden könnten. Ausdrücklich werden diese Aspekte aber in einem „Ideenteil“ platziert. Der Hauptteil des Wettbewerbes ist und bleibt das Schul/Sportareal. „Das wäre sonst ein ganz anderer Wettbewerb, auch in finanzieller Hinsicht“, betonte Herding.

Bei der Planung des Wohngebietes (150 bis 180 Wohneinheiten) soll ein Mehrgenerationenpark integriert werden – und auch ein Bürgerhaus. Denkbar ist, dieses im südlichen Teil des Schul-Altbaus unterzubringen. Diese Bestand-Option sei „eine Tür, die wir offen lassen wollen“, so Herding, der allerdings damit rechnet, dass die meisten Wettbewerbsteilenehmer eher einen Neubau favorisieren werden.

Das vorhandene Grün soll so weit wie möglich erhalten werden – auf jeden Fall muss die Eiche am Kriegerdenkmal stehen bleiben. Das Mahnmal selbst kann gegebenenfalls versetzt werden. Apropos Grün: Die Planer sind gehalten, in ihren Entwürfen viel Grün vorzusehen und somit dem Reckenfelder Gartenstadt-Charakter zu entsprechen.

Für das neue Wohngebiet gilt zunächst, dass mindestens 20 Prozent der neu entstehenden Wohneinheiten sozial geförderter Wohnraum sein sollen. Die genaue Quote wird dann letztlich per Bebauungsplan festgelegt.

Die Erschließung des neuen Viertels erfolgt ausschließlich über die Emsdettener Landstraße – zumindest für Autos. Fußgänger und Radfahrer sollen natürlich auch andere Wege nutzen können.

SPD und Bürgerverein, die Anträge unter anderem zur Vernetzung mit dem Umfeld, aber auch zum Grünanteil und zum Bürgerzentrum (Re-Bü-Ve) gestellt hatten, sahen ihre Anliegen im Auslobungstext ausreichend berücksichtigt. Der Bezirksausschuss segnete diesen daher einstimmig ab, der ASU muss jedoch noch zustimmen. Nun soll noch ein Förderantrag gestellt werden. Dieses hatte „Reckenfeld direkt“ vorgeschlagen. „Da sollte man seinen Hut auf jeden Fall in den Ring werfen“, sagte Herding. Möglich seien bis zu 2 Millionen Euro, jedoch sei nur jeder sechste bis achte Antrag erfolgreich.

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