Post baut in Reckenfeld eine kombinierte Zustellbasis für 50 Bezirke
Gerüstet für den Pakete-Boom

Greven/Reckenfeld -

Derzeit entsteht zwischen Paket- und Briefzentrum eine so genannte kombinierte Zustellbasis. Die teilen sich künftig die Post-Beschäftigen mit blauer (Briefe) und roter Uniform (Pakete).

Montag, 03.12.2018, 07:47 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 07:50 Uhr
Fiebern der Fertigstellung im kommenden Jahr entgegen (von links): Zustellerin Jule Uhlenbrock, André Jurger, Martin Grba und Zusteller Stefan Krage. Uhlenbrock, André Jürger,
Fiebern der Fertigstellung im kommenden Jahr entgegen (von links): Zustellerin Jule Uhlenbrock, André Jurger, Martin Grba und Zusteller Stefan Krage. Uhlenbrock, André Jürger, Foto: Oliver Hengst

Briefe, so ganz klassisch aus Papier und mit Marke darauf, na ja, die haben es in Zeiten, wo (fast) alles online läuft, etwas schwer. Die Zahl der Sendungen geht leicht zurück. Aber die Pakete – die boomen. „Die Zuwachsraten liegen bei sieben bis acht Prozent pro Jahr. Keine Ende in Sicht. Wir eilen von Rekord zu Rekord“, sagt Rainer Ernzer.

Der Post-Pressesprecher sagt das auch, um zu erklären, warum sein Unternehmen in Reckenfeld (wieder mal) baut. Derzeit entsteht zwischen Paket- und Briefzentrum eine so genannte kombinierte Zustellbasis. Die teilen sich künftig die Post-Beschäftigen mit blauer (Briefe) und roter Uniform (Pakete).

Noch ist im Schatten des Hochregallagers von HSE24 nicht viel von der Baustelle zu sehen. Ein paar Fahrzeuge, etwas Material, aber noch nichts, was in die Höhe wächst. Das soll sich schnell ändern: „Im August wird die Halle fertig sein, im September dann in Betrieb genommen“, erläutert Martin Grba, Abteilungsleiter für die Paketzustellung.

Auf dem 16 000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine Halle, die 2600 Quadratmeter Arbeitsfläche bietet. „50 Bezirke werden demnächst von hier aus beliefert“, sagt Grba. Das entspreche rund 70 Arbeitsplätzen. Die Ziele der Zusteller, die demnächst hier starten: Greven, Saerbeck, Rheine, Emsdetten und Steinfurt.

Dass die neue kombinierte Zustellbasis gebaut wird, hat viele konzerninterne, logistische Gründe. Die bisherigen Standorte in Reckenfeld (Pakete) und Greven (Briefe) werden aufgegeben und am neuen Standort zusammengezogen. Von der neuen „Kombi-ZB“ (Post-Jargon) aus werden für Greven und Saerbeck sowohl Briefe als auch Pakete zugestellt, für Emsdetten, Rheine und Steinfurt nur Pakete. In den letztgenannten Orten bleiben die dortigen Brief-Zustellpunkte erhalten.

Integriert wird am neuen Standort auch die Technik, die nötig ist, um die E-Bikes (für den Nahbereich) und E-Autos laden zu können, die die Post inzwischen einsetzt. Bislang sind vor allem (kleinere) Autos im Einsatz, die für die Brief- oder die gemeinsame Brief-Paket-Zustellung genutzt werden (etwa in Bully-Größe). Es gibt sie aber in verschieden großen Ausführungen. Und auch die großen Kastenwagen, die exklusiv für Paketdienste genutzt werden, werden Zug um Zug auf Elektro-Exemplare umgestellt.

Dafür werden etliche Ladesäulen installiert, an denen die Fahrzeug-Akkus des Nachts wieder aufgefüllt werden. Ziel ist die (möglichst) CO2-freie Zustellung.

Der Kunde soll vom Umzug im Idealfall gar nichts mitbekommen, sie allenfalls in Form steigender „Zustellqualität“ (noch so ein Post-Begriff) spüren. Sprich: Briefe und Pakete sollen (noch) zuverlässiger zugestellt werden. Immer mehr Pakete, von denen die Kunden erwarten, dass sie so rasch wie möglich zugestellt werden, machen Investitionen in diese moderne Logistik nötig.

Das soll sich nicht nur, aber auch, im Weihnachtsgeschäft auszahlen, wenn die Post besonders ab geht. Ab dem kommenden Jahr soll dieses Geschäft komplett in der neuen Kombi-ZB abgewickelt werden. Zum Vergleich: An normalen Tagen schlägt die Post bundesweit knapp 5 Millionen Pakte um, aktuell ist der Konzern schon bei etwa sechs Millionen. An den stärksten Tagen kurz vor Weihnachten werden es wohl elf Millionen sein. Dimensionen, die heruntergerechnet auf Greven, auch auf die örtlichen Verhältnisse zutreffen. Und da die Post in ländlichen Gebieten (wie dem Münsterland) zumindest teilweise auf so genannte Verbundzustellung setzt, bei der ein Zusteller Briefe und Pakete dabei hat, trifft der Pakete-Boom letztlich alle Mitarbeiter.

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