Konzert zum ersten Advent in der Martinuskirche
Festlich frisches Konzerterlebnis

Greven -

Mit einem frischen „Moin“ begrüßte Martinus-Kantor Sebastian Bange das große Publikum am Sonntagnachmittag anlässlich des festlichen Konzerts zum ersten Advent in der Martinuskirche. Auf dem Programm standen barocke und romantische Werke für ein bis zwei Trompeten und Orgel sowie Orgelimprovisationen.

Dienstag, 04.12.2018, 07:47 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 16:40 Uhr
Das Publikum genoss barocke und romantische Werke für ein bis zwei Trompeten und Orgel sowie Orgelimprovisationen.
Das Publikum genoss barocke und romantische Werke für ein bis zwei Trompeten und Orgel sowie Orgelimprovisationen. Foto: Coppel

Banges musikalische Gäste, der Grevener Jan Drees und der Ascheberger Simon Paul Erpenbeck, sind jeweils Studierende mit Hauptfach Trompete an der renommierten Essener Folkwang Universität der Künste.

Ein typisches kleines dreisätziges Barockkonzert von Johann David Heinchen erklang zu Beginn von der Orgelbühne herab. In den charmanten Dialogen zeigten die beiden Blechbläser schnell ihr professionelles Können.

Sebastian Banges erste Improvisation Menuett B-Dur „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ begann mit einem Cantus Firmus, aus dem sich ein opulentes vierstimmiges Fughetto entwickelte. Immer wieder streute Bange, erst subtil, dann immer offener Melodiefragmente des beliebten Adventsliedes, bei homophoner werdender Harmonik ein. Ähnlich, mit Melodiefragmenten durchsetzt, wenn auch nicht kontrapunktisch angelegt, waren auch die weiteren Orgelimprovisationen Banges, nämlich seine Cantilene G-Dur „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, und die triumphale Fanfare B-Dur „Tochter Zion, freue dich“.

Mit sauberem Ton blies Drees den solistischen ersten Satz „Allegro“ aus Johann Friedrich Faschs barockem „Konzert D-Dur“, ebenso wie Erpenbeck das komplette „Concerto Nr. 20 C-Dur“ von Valentin Rathgeber.

In Felix Medelssohn-Bartholdys romantischem „Ich harrte des Herrn“ klangen Drees und Erpenbecks Trompeten klar und leuchtend.

Gleich drei Sätze der „Clavier Übung Zweither Theil“ von Bachs Lieblingsschüler Johann Ludwig Krebs standen mit dem „Präludium C-Dur, Krebs-WV 800/1“, dem „Cantabile C-Dur. Krebs-WV 800/11“, sowie der „Polonaise C-Dur, Krebs-WV 800/10“ auf dem Programm.

Zu auflockernden Leibesübungen luden die Programmgestalter in den ausgelegten Heftchen anlässlich der „Polonaise“ ein: „Wer Bewegungsdrang hat, darf gerne – gegenseitiges Einvernehmen vorausgesetzt! – die Hände auf die Schultern seines Vordermanns legen und diskret eine Runde drehen – nach knapp zwei Minuten müssen dann allerdings alle wieder sitzen!“

Bekanntlich wurde während der Barockzeit die rückseitige Annäherung an den männlichen Tanzpartner in mäßig strengem Schreitschritt geübt. Die so entstehenden längeren Schlangen aus Tänzern werden auch heute noch bei manch traditionellem Brauchtumsfest fröhlich nachempfunden.

Seriös, rhythmisch sehr und fein tänzerisch, jedoch nicht immer ganz sauber intonierend klangen die beiden Solisten in Jean Philippe Rameaus „Air de Triomphe“ Nr. 1 D-Dur. Engelbert Humpedincks „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Grete“ bildete einen ruhigen, besinnlichen Abschluss. Langer Applaus!

  Foto: Coppel

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