Serie: Verborgene Orte
Am FMO „fliegen“ die Koffer

Greven -

Am Flughafen Münster/Osnabrück heißt es täglich und rund um die Uhr: „Ready for takeoff“. Damit dieser Befehl erteilt werden darf, arbeiten am Boden viele Hände gegen die Zeit. Mit innovativen Erfindungen, wie einem ausfahrbaren Förderband, geht es an die Arbeit.

Dienstag, 04.12.2018, 13:47 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 14:55 Uhr
Im Frachtraum eines Flugzeugs erleichtert der „Power-stow“ die Arbeit des Laders erheblich.
Im Frachtraum eines Flugzeugs erleichtert der „Power-stow“ die Arbeit des Laders erheblich. Foto: Simon Döbberthin

„Früher hatten wir so etwas nicht“, versichert Horst Herting, Betriebsleiter im Bereich Vorfeld. Sortiert wurde manuell. Es sei auch üblich gewesen mit mindestens zwei Ladern im Frachtraum zu arbeiten. Das Förderband für die Koffer endete dann schon an der Frachtraumtür. „Die Lader beschwerten sich zunehmend über Rückenprobleme“, erklärt der Betriebsleiter. Mit einem sogenannten „Power-Stow“ wurde dem ein Ende gemacht. Seit der Saison 2009/2010 betreibt der FMO bereits die Geräte der gleichnamigen Firma. „Wir waren mit die Ersten in Deutschland“, berichtet Herting. Nun war es möglich, das Förderband zu verlängern und in den Frachtraum des Flugzeuges zu ziehen.

Überdachte Kofferwagen

Die Arbeit wird zudem durch überdachte Kofferwagen erleichtert. Bei ankommenden Flugzeugen wird das Gepäck in einen Transporter geladen. Darin befindet sich ein Förderband. Dieses ermöglicht es, die Koffer meist noch vor den Passagieren ans Terminal zu liefern. „Europaweit sind wir der einzige verbleibende Flughafen, der noch mit diesen Fahrzeugen arbeitet“, teilt Horst Herting mit. Aus Düsseldorf sind viele der Kofferwagen gekauft worden, weil sie dort nicht mehr zum Einsatz kommen. Der Platz dafür ist zu gering und die Unfallgefahr zu hoch. Die Wagen gleichen kleinen Lkw und sind zu sperrig für die meisten Flughäfen, da ohnehin schon viel Verkehr auf dem Vorfeld herrscht. „Am FMO ist es nur möglich, weil die Positionen schräg ausgerichtet sind“, erklärt Herting. Das ermögliche es den Flugzeugen, schräg abzurollen. Diese Ausrichtung beansprucht mehr Platz, der auch dem Bodenpersonal zu Gute kommt.

Was im Winter zu tun ist

Neben dem bloßen Kofferstapeln gebe es auch Feuerwehrschulungen für einige Lader, so Herting. Im Winter sei es außerdem wichtig, ausgebildetes Personal für die Winterdienstfahrzeuge zu haben. Mit sogenannten „Kehrblasgeräten“ wird der Schnee auf der Bahn dem Namen entsprechend gekehrt, aufgewirbelt und weggeblasen. Zwei Mal muss ein Fahrzeug die gesamte Bahn überqueren, um sie vollständig von Schnee und Eis zu befreien. Auch das Flugzeug muss mit Enteisungsfahrzeugen für den Start vorbereitet werden.

Alles andere als eintönig

Routine am Flughafen ist alles andere als eintönig. Die Kompetenzbereiche können durch Schulungen ausgeweitet werden, und die Lader treten täglich neuen Herausforderungen entgegen. Jedes Jahr im Sommer sucht der Flughafen motiviertes und fittes Personal, um garantiert „startklar“ zu bleiben.

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