Serie: Verborgene Orte
Apotheke mit „Drogenlabor“

Greven -

Mischen, wiegen, protokollieren. Der Ablauf erinnert junge Leute eher an den Chemieunterricht. Aber, das ist der Alltag eines Apothekers, denn nicht jedes Medikament ist fertig verpackt. In der „Alles Gut Apotheke“ in der Rathauspassage gewährt Filialleiter Daniel Feldkamp einen Einblick hinter die Kulissen seines umgangssprachlichen „Drogenlabors“.

Donnerstag, 06.12.2018, 07:34 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 07:50 Uhr
Daniel Feldkamp wiegt zu Demonstrationszwecken wasserfreie Zitronensäure auf der Präzisionswaage ab.
Daniel Feldkamp wiegt zu Demonstrationszwecken wasserfreie Zitronensäure auf der Präzisionswaage ab. Foto: Simon Döbberthin

Glücklich schätzen können sich diejenigen, die in der Apotheke ein schon fertig verpacktes Medikament benötigen. Denn das wird dank Lager-Roboter automatisch gesucht und ausgeworfen. „Der Kunde muss möglichst schnell bedient werden“, rechtfertigt der Filialleiter die teure Investition.

Ein bis zwei Stunden kann es jedoch in Anspruch nehmen, wenn die fertigen Medikamente zur Heilung nicht ausreichen. Dann kommt das Labor mit seinen diversen Arbeitsgeräten zum Einsatz: Ein Medikamentenmixer, ein Wasserbad zum Erwärmen von Salben und zum Schmelzen von Hartfett für Zäpfchen und unterschiedlich präzise Waagen sind hier zu finden.

„Häufige Symptome sind Juckreiz oder Entzündung, die nur durch eine speziell angefertigte Salbe, oder Creme kuriert werden können“, sagt der Apotheker.

Dennoch ist ein Rezept des Arztes erforderlich, bevor eine Rezeptur für den Patienten hergestellt werden darf. Auch Kapseln gegen Schlafstörungen mit dem Hormon Melatonin können individuell dosiert hergestellt werden. Dabei komme es besonders auf Genauigkeit und Hygiene an, so Daniel Feldkamp.

Auf ein Hundertstel Gramm genau muss ein Wirkstoff abgemessen werden. Handschuhe, Schutzbrille, Kittel und Mundschutz dienen dabei zur Sicherheit, falls mit ätzenden oder giftigen Substanzen gearbeitet wird.

Bevor neue Medizin gemixt werden darf, muss es eine Identifikationsprüfung geben. Bei jeder neu geöffneten Packung findet eine Untersuchung statt, die sichert, dass wirklich „drin ist, was drauf steht“. Dabei wird beispielsweise der Schmelzpunkt einer Substanz getestet. Auch die Behälter, die mit dem Medikament befüllt werden, müssen auf Sauberkeit geprüft werden.

Danach muss die neue Rezeptur eine Plausibilitätsprüfung durchlaufen. Es wird festgestellt, ob das Medikament wirklich den gewünschten Zweck erfüllt. Wenn die Zweckmäßigkeit gewährleistet ist, muss das Produkt die gewünschte Qualität aufweisen. Daraufhin wird ein Herstellungsprotokoll verfasst und das Medikament kann an den Patienten ausgehändigt werden. Das Labor lässt den Namen der Apotheke zum Programm werden, damit bei jedem noch so ungewöhnlichen Fall „alles gut“ wird.

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