Gelber Sack – oder Gelbe Tonne
Die Stadt muss sich entscheiden

Greven -

Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Eine wahre Schicksalsfrage, mit der sich die Stadt im kommenden Jahr auseinandersetzen muss.

Samstag, 08.12.2018, 11:35 Uhr aktualisiert: 08.12.2018, 11:40 Uhr
Gelbe Säcke am Marktplatz – alle zwei Wochen ein unschöner Anblick.
Gelbe Säcke am Marktplatz – alle zwei Wochen ein unschöner Anblick. Foto: Günter Benning

Im jüngsten Betriebsausschuss stellte Markus Eiling die Sachlage dar: „Im kommenden Jahr tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft.“ Es ermöglicht den Kommunen, den Abfuhrunternehmen vorzuschreiben, wie und in welchem Rhythmus der Müll abgefahren werden muss.

Beim Gelben Sack stellt sich dabei eine Systemfrage. Bis Ende 2020 ist die Stadt noch vertraglich an die Säcke gebunden, die derzeit im Zwei-Wochen-Rhythmus abgeholt werden. Ihr Nachteil: Sie fliegen oft an den Straßenrändern herum. An zentralen Stellen wie dem Marktplatz werden sie von den Anliegern mitunter schon früh am Vortag auf die Straße gestellt.

Markus Eiling kennt das Problem: „Wir sagen, ab 17 Uhr abends kann man die Säcke herausstellen. Wenn wir Damen und Herren haben, die im Schichtdienst arbeiten, kann das schon mal eher sein.“ Und um das Elend nicht zu lange ansehen zu müssen, werden gerade in der Innenstadt die Säcke schon ganz früh am Morgen abtransportiert.

Kommunen wie Nordwalde fahren dagegen schon seit Jahren mit einer Gelben Tonne ganz gut. Ihr Vorteil: mehr Stabilität als der Sack. Ihr Nachteil: Sie braucht mehr Standfläche.

„An einigen Standorten mit Wohnblöcken“, sagt Eiling, „haben wir heute schon 1,1 Kubikmeter-Behälter. Dort können die Mieter den Gelben Sack einwerfen. Plastik spart diese Methode allerdings nicht.

Der TBG-Mitarbeiter sieht auch deutlich die Nachteile dieses Systems: „Die Gelben Tonnen würden im gleichen Rhythmus wie der Restmüll abgeholt – also alle vier Wochen.“ Dann allerdings dürfte ihre Kapazität für manchen Bürger nicht ausreichen. „Ich wohne in Ochtrup“, sagt er, „wir brauchen bei drei Bewohnern alle zwei Wochen zwei bis drei Säcke – das würde eng werden mit einer Tonne.“

In jedem Fall muss die Stadt bis Mitte nächsten Jahres ein Signal an die EGST, die Abfallentsorgungsgesellschaft des Kreises senden, wie sie verfahren will. „Die koordiniert die Verfahren“, sagt er.

Firmen wie Remondis scheinen derzeit von der Tonne wenig begeistert zu sein. Ihre Einführung verursacht hohe Kosten, auch wenn sie langfristig mit weniger Personal abgeholt werden kann.

„Gut wäre es“, sagt der TBG-Mitarbeiter, „wenn wir ein Meinungsbild aus der Bevölkerung hören würden.“

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