Aldi-Neubau ohne Wohnungen über dem Markt: Politik stimmt zähneknirschend zu
„Diktat eines Discounters“

Greven -

Was es beim geplanten Aldi-Neubau in Greven definitiv nicht geben wird: Wohnungen über dem Markt. Das führte nun im Planungsausschuss zu einer intensiven Debatte

Samstag, 08.12.2018, 09:35 Uhr aktualisiert: 08.12.2018, 09:50 Uhr
Der neue Aldi-Markt an der Kardinal-von-Galen-Straße soll eine hochwertige Außengestaltung erhalten, das Gebäude allerdings nur eingeschossig werden. Das schmeckt der Politik gar nicht – dennoch gab es nun eine Mehrheit.
Der neue Aldi-Markt an der Kardinal-von-Galen-Straße soll eine hochwertige Außengestaltung erhalten, das Gebäude allerdings nur eingeschossig werden. Das schmeckt der Politik gar nicht – dennoch gab es nun eine Mehrheit.

Zwei Änderungen haben sich beim geplanten Neubau des Aldi-Marktes an der Kardinal-von-Galen-Straße ergeben. Den zeitweise diskutierten Kreisel (Ausfahrt Aldi, Übergang zur Philipp-Manz-Straße) wird es nicht geben (unsere Zeitung berichtete) – und auch keinen auf der Molkereikreuzung direkt nebenan. Stattdessen soll eine optimierte Ampelschaltung den Verkehrsfluss im Umfeld besser regeln. Zudem wurde die Gestaltung der Außenanlagen angepasst. Statt eines geplanten Springbrunnens wird es eine Kunst-Skulptur von Ernie Huesmann geben.

Was es definitiv nicht geben wird: Wohnungen über dem Markt. Das führte nun im Planungsausschuss zu einer intensiven Debatte – genau wie kürzlich im Bezirksausschuss Reckenfeld. Auch dort will Aldi neu bauen (in der Ortsmitte) – und zwar ebenfalls eingeschossig ohne Wohnungen über dem Markt. Aus Sorge vor Ärger mit Anwohnern, die sich vom Lieferverkehr gestört fühlen könnten.

Für eine „Flächenverschwendung“ hält das Peter Borggreve (Grüne), der auf den großen Bedarf an Wohnraum (vor allem bezahlbaren) in Greven hinwies. „Es ist schon traurig, dass wir dem Diktat eines Discounters folgen.“ Dass sich die Stadt Greven und auch die Politik in einer so wichtigen Frage wie der Stadtplanung das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lasse, um dieses einfach einem Marktriesen zu überlassen „kann doch wohl nicht wahr sein“. Immerhin: die Außengestaltung mit viel Grün sei hochwertiger als der Jetzt-Zustand. Dass aber an dieser Stelle kein Wohnraum entstehe – für ihn ein No-Go.

„Die Zahnschmerzen und Bedenken sind bei uns doch genauso groß wie bei Ihnen“, sagte Ausschussvorsitzender Jürgen Diesfeld (CDU). Doch Aldi habe unmissverständlich klar gemacht: Wenn man dem Wunsch nicht entspreche, „dann war es das mit Aldi.“ Sprich: Der Discounter droht damit, sich zurückzuziehen. Gespräche mit demselben Tenor soll es auch in Reckenfeld gegeben haben. Andreas Hajek (CDU) warb dafür, wenigstens dafür zu sorgen, dass dort „keine Zigarrenkiste mit ein paar Parkplätzen davor“ entstehe.

Bei zwei Gegenstimmen (Grüne) beschloss der Ausschuss letztlich, den notwendigen Bebauungsplan abzusegnen.

Aldi will den bisherigen Bau ersetzen durch einen Neubau mit einer größeren Verkaufsfläche. Das angrenzende Grundstück (früher: Steakhaus) soll dafür mitgenutzt, die Abbiegespur umgestaltet werden.

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