Wasserkreislauf im Grevener Hallenbad
„Dieses Wasser ist trinkbar“

greven -

Angenehm warme Luft bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. Im Keller des Grevener Hallenbades lässt es sich zur frostigen Jahreszeit aushalten. Trotz gewohnter Atmosphäre fällt eine Besonderheit auf. Und zwar: Es riecht kaum nach Chlor. „Das liegt an der zusätzlichen Desinfektion durch Ozon“, erklärt Adelheit Schreiber, Fachangestellte im Bäderbetrieb.

Sonntag, 09.12.2018, 21:25 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 21:40 Uhr
Die Filter des Grevener Hallenbades reinigen das gesamte Wasser der Schwimm-, Spring- und Planschbecken.
Die Filter des Grevener Hallenbades reinigen das gesamte Wasser der Schwimm-, Spring- und Planschbecken. Foto: Simon Döbberthin

„Nur 0,5 Milligramm Chlorgas werden dem Wasser pro Liter beigemengt“, berichtet Martin Schröder, Leiter der städtischen Bäder. „Das ist vier Mal weniger, als in den Niederlanden normal ist.“ Um das zu ermöglichen sei es notwendig neben dem Chlor Ozon zur Desinfektion zu verwenden. „Durch elektrische Entladung wird dem Sauerstoff aus der Luft ein Sauerstoffteilchen beigemengt“, sagt Schröder. „So reagiert das Wasser schneller mit dem Endprodukt: Ozon.“

Dieser Stoff dürfe aber in keinem Fall ins Badewasser gelangen, so Heike Holländer, die ebenfalls als Fachangestellte im Bäderbetrieb dort arbeitet. Deshalb durchläuft das Wasser nach der Kiesfilterung eine Anlage, die Ozon beimengt und direkt darauf mit einem so genannten „Restozonvernichter“ wieder entfernt. Die Kohlefilterung zum Schluss dient zusätzlich der Reinigung von Ozon. Insgesamt gibt es für alle drei Beckenbereiche sechs Filter. Pro Becken einen Kohle- und einen Kiesfilter. Alle drei Stunden durchläuft das gesamte Wasser jedes Beckens die Filteranlage. Dabei wird kontinuierlich der pH-Wert geprüft, damit das Wasser hautverträglich bleibt. Außerdem werden dem Wasser regelmäßig Proben entnommen, damit zu jeder Zeit alle Werte stimmen.

„Auf diese Weise hat unser Badewasser Trinkwasserqualität“, sagt Schreiber. Ozon verhindert außerdem, dass neben dem Chlor sonstige Chemikalien zur Desinfektion beigemengt werden müssen. „Hautirritationen und trockene Haut bleiben so aus“, erklärt Holländer.

Dennoch ist eine Ozonanlage in Bädern keine Regel. „Früher sind Berufsschulen aus dem ganzen Münsterland ins Grevener Hallenbad gekommen“, berichtet Schreiber, die vor knapp 30 Jahren selbst als Schülerin dabei war. „So etwas gab es sonst nirgends im Umkreis.“

Der Kostenaufwand sei eines der größten Hürden für viele Bäder, so Schröder. Zudem ist die Personalkompetenz auszuweiten.

„Ich muss mich mit der Technik auskennen“, erklärt Schreiber.

Zum Bademeisterberuf gehört mehr, als nur am Beckenrand zu stehen. Das Verstehen der Technik und Bedienen der Anlagen ist ein Kernpunkt der Arbeit.

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