Bleiming und Muschalle gestalten Jahresabschluss der Kulturinitiative
Ein jederzeit stimmiger Dialog

GReven -

Solch einen Jahresabschluss wie am Samstag mit den beiden Tastenkünstlern Christian Bleiming und Frank Muschalle in der bestens gefüllten Kulturschmiede erlebt man nicht alle Tage.

Montag, 17.12.2018, 07:58 Uhr aktualisiert: 17.12.2018, 08:00 Uhr
Christian Bleiming und Frank Muschalle sind zwar in verschiedenen „Nischen“ zu Hause, stellen sich aber auch bestens auf den musikalischen Partner ein.
Christian Bleiming und Frank Muschalle sind zwar in verschiedenen „Nischen“ zu Hause, stellen sich aber auch bestens auf den musikalischen Partner ein. Foto: Axel Engels

In den letzten Jahren haben die beiden Musiker schon öfters ihre Künste bei der „letzten“ Veranstaltung der Kulturinitiative in der Adventszeit präsentiert, den vielen Liebhabern feinster von Hand gemachter Musik damit eine rasant-spritzige Einstimmung auf die Festtage geschenkt.

Solche Traditionen sollte man pflegen, zumal diese beiden sympathischen Musiker über eine große stilistische Bandbreite verfügen und sich in diversen Spielarten des Boogie ebenso wie im Blues auskennen.

An diesem Abend hatten sie zwar keine zwei „gleichwertigen“ Instrumente, aber zu einem Kampf um den Platz am Boston-Flügel kam es nicht. Ihre Solonummern spielten sie natürlich an diesem Instrument, auch vierhändige Duette waren bei dem klangfarbenreichen Flügel besser aufgehoben als an dem Klavier.

Schon bei der lebendigen und ideenreichen Umsetzung des altbekannten „Klassikers“ aus der Feder von George Gershwin „Lady, Be Good“ aus dem Jahre 1924, das wie vom Staub der Zeit befreit erklang, war wohl jeder Besucher eingefangen von der kultivierten Spielweise der beiden Pianisten.

Christian Bleiming und Frank Muschalle sind zwar in verschiedenen „Nischen“ des Boogie-Woogie und Blues zu Hause, aber als reife Musiker wissen sie stilistische Grenzen zu überwinden und stellen sich bestens auf den musikalischen Partner ein. Man kennt sich eben über Jahre, weiß ganz genau, in welche Richtung man bei Beibehaltung der persönlichen Ausdrucksformen dann gemeinsam geht.

Das spürte man bei Christian Bleimings Komposition „Stomping At The Subway“, die Frank Muschalle mit seinem differenzierten Spiel und feinsinniger Klanggestaltung bereicherte. Auch ihre Hommage an Pete Johnson und Alber Ammons beim „Sixth Avenue Express“ zeigte einen innigen und bis ins kleinste Detail passenden Dialog zweier markanter Musiker.

Aber auch solistisch wussten Christian Bleiming und Frank Muschalle als Interpreten traditioneller Blues- und Boogie genauso zu überzeugen wie beim Spiel eigener Werke. Christian Bleimings „Jimmäy Rocks“ und sein „Boogie Woogie Power Train“ sorgten für Furore, zeigten ihn bei ungebremster Spielfreude einfach bestens aufgelegt. Wenn er beim „Honky Tonk Blues“ in die Tasten griff, spielte er mit einer exquisiten Anschlagskultur und innovativen Gestaltungsweise. Das war eben kein „normaler“ Boogie, Christian Bleiming beherrscht viele Spielweisen dieser so mitreißenden Musik.

Aber auch Frank Muschalle ist bei seiner besonders kultivierten Spielweise solistisch ein Erlebnis. Filigran interpretierte er den aus dem Chicago-Blues stammenden „If You’re Not Mine“ mit all seiner Melancholie, genoss mein sein klangfarbenreiches Spiel des „Suitcase Blues“ von Albert Ammons. Solch ein Vor-Weihnachtskonzert mit dem „Dreamteam“ des Boogie und Blues erscheint wie eine perfekte Einstimmung auf die Festtage und sicherlich haben sich so manche Besucher an diesem Abend mit einem handsignierten Silberling der beiden Pianisten ein Präsent für den Gabentisch mitgenommen.

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