Ruth Zurheiden gibt ihr Amt aus Krankheitsgründen auf
Mit Hilfe geht alles besser

Greven/Reckenfeld -

Neun Jahre lang war Ruth Zurheide (SPD) zweite stellvertretende Bürgermeisterin Grevens. Vor allem ihr Engagement für Reckenfeld hob Bürgermeister Peter Vennemeyer bei ihrer Verabschiedung hervor. Zurheide leidet an Multipler Sklerose (MS). In sehr persönlichen Worten dankte sie am Mittwoch in der Ratssitzung für die kollegiale Unterstützung ihrer Fraktionskollegen.

Freitag, 21.12.2018, 18:17 Uhr aktualisiert: 21.12.2018, 18:20 Uhr
Ruth Zurheiden (l.) wurde im Rat von der Ersten stellvertretenden Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben und ihrem Nachfolger Stevens Gomes verabschiedet
Ruth Zurheiden (l.) wurde im Rat von der Ersten stellvertretenden Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben und ihrem Nachfolger Stevens Gomes verabschiedet Foto: bn

Bei Ihrer Verabschiedung im Rat haben Sie zwei Kollegen besonders genannt, die ihnen immer geholfen haben.

Ruth Zurheide: Ja, das ist der Fritz Hesse , der unterstützt mich schon seit Monaten. Eigentlich, seitdem es mir schlechter geht. Und wenn der Fritz nicht da ist, kommt Klaus-Dieter Niepel in Aktion, der ja auch als Pluggen Hiärm bekannt ist. Beide nehmen mich mit, dann muss ich nicht selber Autofahren.

Die beiden sind wie sie Ratsmitglieder der SPD ?

Zurheide: Ja. die helfen mir immer und dafür bin ich wirklich dankbar. Sie wollen das gar nicht wissen, wenn ich Danke sage. Aber mir ist es sehr wichtig, dass diese Hilfe auch hervorgehoben wird.

Das ist ja eine wichtige Botschaft, die in den Advent passt. Wenn es einem mal schlecht gibt, kann man froh über Leute sein, die sich für einen einsetzen. Das ist wahre Gemeinschaft.

Zurheide: Das ist tatsächlich eine wichtige Botschaft. Es ist wirklich entscheidend, Helfer zu haben. So eine Hilfe wie ich sie habe, würde auch für viele andere Menschen sehr gut sein.

Wie lange leiden Sie schon an der Multiplen Sklerose, die ja eine sich langsam entwickelnde Krankheit ist?

Zurheide: Ich habe das schon im 20. Jahr. Und es ging bisher auch – sogar recht gut. Aber das ist eben eine böse Krankheit, die sie irgendwann mal umhaut. Ich habe mittlerweile einen Elektrorollstuhl für innen und außen. Man kommt sonst ja überhaupt nicht mehr raus.

Sie haben aber als stellvertretende Bürgermeisterin in den letzten neun Jahren trotz alledem an vielen Veranstaltungen teilgenommen?

Zurheide: Ja, das war und ist mir wichtig, dass man aktiv bleibt und versucht, sich zu fordern. Ich habe mein Ehrenamt unglaublich gern gemacht und ich bedauere sehr, dass ich das nicht mehr machen kann. Auch deshalb, weil ich dann natürlich einfach nicht mehr die Kontakte habe zu den vielen Menschen, mit denen ich bisher zu tun hatte.

Als stellvertretende Bürgermeisterin haben Sie die Leute auch Zuhause besucht?

Zurheide: Ja, bei vielen Geburtstagen und Jubiläen war das toll. Ich habe im Gespräch mit alten Menschen viele interessante Erfahrungen machen können.

Gerade in einer Zeit, in der viel über Inklusion gesprochen wird, aber manchmal auch, als wäre es eine Last, ist es wichtig, nicht vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu sein?

Zurheide: Genau. Ich bin hinterher auch mit dem Rollator oder dem Stock zu Veranstaltungen gegangen. Das war überhaupt kein Thema. Die Menschen haben das auch nicht irgendwie negativ gesehen. Aber irgendwann geht es dann nicht mehr, leider. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Wie kommt Ihre Familie mit der Krankheit klar?

Zurheiden: Ich habe einen unglaublich lieben Mann. Gott sei dank. Er macht alles für mich. Aber, man muss im Leben auch mal Glück haben.

Was haben Sie früher eigentlich beruflich gemacht?

Zurheiden: Ich war 25 Jahren im Personalwesen, ich habe Weiterbildung gemacht, Erwachsenenbildung. Das ist mein erstes Leben gewesen.

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