Heimatverein stellt alte Fotografien vor
Bilder aus der Arbeitswelt

Greven -

Über 100 Fotos aus der Arbeitswelt hat der Heimatverein in den letzten Jahren von seinen Mitgliedern erhalten. 30 von ihnen stellt er jetzt in der Alten Post aus.

Mittwoch, 16.01.2019, 19:00 Uhr
Haben die Ausstellung mit Bildern aus der Arbeitswelt zusammengestellt: Wolfgang Mohring von der Fotogruppe des Heimatvereins und Vorsitzender Herbert Runde.
Haben die Ausstellung mit Bildern aus der Arbeitswelt zusammengestellt: Wolfgang Mohring von der Fotogruppe des Heimatvereins und Vorsitzender Herbert Runde. Foto: Günter Benning

Ein Mann mit weißen Hut lehnt an seinem Oldtimer-Lkw, dahinter eine kleine Butze, auf der „Warenhaus“ steht. „Das war der Lebensmittelhändler Hemann“, weiß Herbert Runde , Vorsitzender des Grevener Heimatvereins, „aber wir wissen leider nicht, wo das Bild genau entstanden ist.“

Über 100 Fotos aus der Arbeitswelt hat der Heimatverein in den letzten Jahren von seinen Mitgliedern erhalten. 30 von ihnen stellt er jetzt in der Alten Post aus. Interessante Einblicke in längst vergangene Arbeitswelten. Richtige Kunstwerke findet man an den Wänden, zum Beispiel die Komposition, die ein Fotograf von einer Hausschlachtung gemacht hat. Die ganze Familie ist fein säuberlich mit Kitteln und Schürzen aufgestellt. Am Boden liegt das tote Schwein, ein Jüngling rührt das Blut an für Blutwurst und andere westfälische Leckereien.

Ein paar Bilder weiter sieht man dann den Hausschlachter bei der Arbeit, so wie es noch vor wenigen Jahrzehnten auf dem Land üblich war – und wie es heute wohl allein aus hygienischen Gründen kaum noch vorstellbar wäre.

Natürlich gehören zu der Ausstellung auch unbekannte Einblicke in die Textilindustrie. Zum Beispiel in eine große Weberei. Ein Besucher analysiert: „Das muss in den 1950er Jahren entstanden sein.“

Die Maschinen hatten bereits einen eigenen Motor. Ein paar Jahre zuvor wurden die Webmaschinen noch von zentralen Aggregaten mit langen Transmissionsstangen und Riemen betrieben. Auch eine Textilreißerei ist abgelichtet. Dort wurden alte Textilien zerrissen und zu Gebrauchsware wie Putzlappen verarbeitet.

Auf anderen Bildern sieht man einen Postbeamten im Gespräch mit den Lokomotivführern einer Dampflok, so wie sie zwischen Münster und Greven verkehrte. Man gab damals schon mal eilige Post dem Bahnschaffner mit.

Auch der erste Lebensmittelsupermarkt ist mit seinen Angestellten abgelichtet. „Der Hill“, erinnert Herbert Runde, „er lag hier direkt gegenüber an der Alten Münsterstraße.“

„Die Bilder kommen meistens aus Familienalben“, sagt Runde. Die Herkunft und die abgebildeten Orte sind oft nur schwer zu entschlüsseln. So hofft der Heimatverein jetzt auch interessierte Besucher, die am besten ein paar Informationen über die Grevener Betriebe mitbringen sollten. Geöffnet ist die Alte Post mittwochs und samstag von 10 bis 12 Uhr und auf Anfrage.

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