Unitymedia will Glasfaser-Ausbau bis Ostern abschließen
Erste Kunden im Januar am Netz

Reckenfeld -

Manche vergleichen den Netzausbau durch Unitymedia in den Blöcken C und D schon mit dem Hauptstadtflughafen BER. Kunden warten seit Monaten auf ihre Glasfaserleitung oder – wo sie schon liegt – darauf, sie endlich nutzen zu können. „Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr zu Weihnachten“, bemerkt eine Reckenfelderin spitz.

Donnerstag, 17.01.2019, 18:44 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 18:50 Uhr
Die Bauarbeiten waren nicht zu übersehen, in rund 200 Haushalten liegt auch schon das Glasfaserkabel, aber noch ist es nicht nutzbar. Dass soll sich ab nächster Woche ändern.
Die Bauarbeiten waren nicht zu übersehen, in rund 200 Haushalten liegt auch schon das Glasfaserkabel, aber noch ist es nicht nutzbar. Dass soll sich ab nächster Woche ändern. Foto: Oliver Hengst

Was hat zu den Verzögerungen geführt? Nach Auskunft der Unitymedia-Pressestelle gab es „baubedingte Verzögerungen in den einzelnen Bauphasen“. Bereits zu Baubeginn habe sich herausgestellt, „dass wir die ursprünglich vorgesehenen vorhandenen Leerrohre nicht nutzen konnten und deshalb eigene Leerrohre verlegen mussten. Darüber hinaus musste später auf mehreren Kilometern Länge die Zuleitung aus Münster aufgrund eines Kabelbruchs ausgetauscht werden. Zuletzt hat sich die Inbetriebnahme der verbauten Netztechnik verzögert – aus Qualitätsgründen mussten wir an verschiedenen Stellen nachbessern. Sonst wäre es zu einem späteren Zeitpunkt nach der Abnahme und Fertigstellung möglicherweise zu Problemen in einzelnen Haushalten gekommen.“

Gibt es weitere Ursachen? Unitymedia verweist auch auf „externe Faktoren wie beispielsweise witterungsbedingte Einflüsse“, räumt aber auch „nicht immer transparente Kommunikation gegenüber unseren Kunden“ ein, für die man sich entschuldige. Der „Unmut derjenigen, die sich im Vorfeld für einen Unitymedia-Anschluss entschieden haben, ist für uns absolut nachvollziehbar“, stellt Pressesprecher Helge Buchheister klar.

Wann sollen die Anschlüsse für Kunden nutzbar sein? Manche geben via Facebook an, sie hätten von Unitymedia die Auskunft Ende Januar, andere Mitte Februar erhalten. Das Unternehmen selbst sagt zum Zeitplan: Die Glasfaser-Zuführung aus Münster lägen an den beiden Hauptverteilern (Point of Presence) an, die Unterverteiler und Verteilerstationen stünden und in rund 200 Haushalten seien bereits Glasfasern von den Übergabepunkten in den Straßen durch die Leerrohre ins Haus zum jeweiligen Übergabepunkt, der sich im Keller oder Hausanschlussraum befindet, verlegt worden.

Lediglich die Inbetriebnahme der Haupt- und Unterverteiler stehe noch aus, danach folgten die Hausinstallationen hinter dem Übergabepunkt. Doch auch in diesen beiden Fällen gebe es Licht am Ende des Tunnels. „Bereits in der nächsten Woche wird der erste Hauptverteiler seinen Betrieb aufnehmen und bis spätestens Ende des Monats werden die ersten Kunden ans Netz angeschlossen sein“, kündigt Buchheister an.

Der eigentliche Netzanschluss erfolge stets nach Terminabsprache. Ein Techniker eines UM-Servicepartners müsse zunächst das eingehende Signal am Übergabepunkt messen und erst danach erfolge im Haus die Netzinstallation – hierzu müssten erfahrungsgemäß in vielen Fällen Kabel vom Übergabepunkt ins Wohnungsinnere gezogen werden. Dies sei eine zeitintensive Arbeit, zudem gestalte sich die Terminfindung erfahrungsgemäß schwierig. „Abgeschlossen sein werden sämtliche Arbeiten deshalb bis voraussichtlich Ostern 2019“, stellt der Unitymedia-Sprecher in Aussicht.

Hat man mit Kosten zu rechnen, wenn man den Auftrag wieder storniert, aber schon Arbeiten ausgeführt wurden? Bei dieser Frage kann Unitymedia keine allgemein geltende Antwort geben. Ob Kosten für den Hausanschluss in Rechnung gestellt werden, sei immer von einer Einzelfallprüfung abhängig. „Generell empfehle ich eine Rücksprache mit Unitymedia, damit wir prüfen können, ob oder in welchem Maße ein Kulanz-Angebot in Frage kommt. Sicherlich wird sich stets eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden“, sagt der Unternehmenssprecher.

Was machen andere Anbieter? Manche Kunden, die nicht mehr auf Unitymedia warten wollen, haben sich nach Alternativen umgesehen. Vodafone und die Telekom sollen inzwischen schnelle Internetanschlüsse (je nach Lage bis zu 250 Mbit) anbieten können, (allerdings keine Glasfaser). „Dumm von Unitymedia, sich auf der Zielgerade überholen zu lassen“, urteilt ein Facebook-Nutzer.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6327898?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker