Setex-Umsiedlung
Vorkaufsrecht nicht genutzt

Greven -

Widersprüchliche Angaben. Aus Sicht der Stadt ist das Vorkaufsrecht von Setex in Reckenfeld erloschen.

Mittwoch, 23.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 06:02 Uhr
Setex-CEO Heiko Wehner hatte gegenüber unserer Zeitung betont, nach wie vor einen Umzug nach Reckenfeld anzustreben. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist jedoch offener denn je zuvor.
Setex-CEO Heiko Wehner hatte gegenüber unserer Zeitung betont, nach wie vor einen Umzug nach Reckenfeld anzustreben. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist jedoch offener denn je zuvor. Foto: Günter Benning

Der von Setex angestrebte Umzug nach Reckenfeld steht auf wackeligen Beinen. Denn die Option auf ein Grundstück an der so genannten Fiege-Kreuzung ist – ungenutzt – verstrichen, und zwar schon im August vergangenen Jahres. Das Areal, einst als Erweiterungsfläche für Waeco ausgeschrieben, war Setex angeboten worden. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte Setex-CEO Heiko Wehner davon gesprochen, dass die Option „irgendwann“ auslaufe. Man habe aber noch Zeit.

Stimmt nicht, verdeutliche Bürgermeister Peter Vennemeyer nun in einer Mail an die Ratsmitglieder. Und bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung etwas vage: „Wir haben eine Fläche erworben.“ Klar ist jedoch: Es ist eben jene Fläche, die für Setex gedacht war und für die das Textilunternehmen ein Vorkaufsrecht hatte. Stattdessen griff nun die Stadt zu. Ob das Unternehmen das Grundstück noch immer haben wolle? „Das müsste uns Setex mal mitteilen“, sagt Vennemeyer.

Immerhin: Die zwischenzeitliche Funkstille zwischen Stadt und Unternehmen scheint seit der Prinzenproklamation wieder einer gewissen Gesprächsbereitschaft gewichen zu sein. „Wir haben dort vereinbart, dass wir uns unterhalten. Das macht auch mal Sinn“, sagt Vennemeyer.

Ob es doch noch zum Umzug nach Reckenfeld kommt, liege auch und vor allem an Setex. „Wir haben uns zunächst mal gefreut über das klare Bekenntnis zu Greven“, sagt der Bürgermeister zur Berichterstattung unserer Zeitung in der vergangenen Woche. „Alles andere muss man sehen.“ Das fragliche Grundstück – nun eben in Besitz der Stadt – sei eine attraktive Gewerbefläche, die für Setex, aber auch für andere Unternehmen in Frage komme. Zu lange sollte Setex nicht warten. „Wir verhandeln mit zwei, drei Unternehmen“, sagt Vennemeyer.

Wie aus anderer Quelle zu erfahren ist, plant die Stadt, das Areal entlang der B481 zu einem kleinen Gewerbegebiet zu entwickeln, als Alternative für an- oder umsiedlungswillige Unternehmen.

Der grüne Fraktions-Chef Dr. Michael Kösters-Kraft steht den Setex-Plänen weiterhin sehr skeptisch gegenüber, „was die Konditionen angeht.“ Er fürchtet, dass die jahrzehntelange Nutzung des jetzigen Setex-Standortes als Industriefläche nicht ohne Folgen für den Boden blieb. Die von ihm befürchteten Altlasten müssten aufwenig beseitigt werden – und zwar nicht auf Kosten der Stadt. „Dass wir auf den Kosten hängen bleiben, kann ich mir nicht vorstellen. So läuft das nicht.“

Ein anderes Ratsmitglied sagt hinter vorgehaltener Hand: „Es ist schwer zu sagen, welches Spiel Setex da spielt.“ Das Unternehmen erwarte – auch wenn die Millionenforderung vom Tisch sei – offenbar immer noch „irgendwelche Gegenleistungen“. Ob die angedachte Nutzung des jetzigen Standortes an der Ems als Wohngebiet tatsächlich umsetzbar ist, scheint ebenfalls offen zu sein. Ein nahes Sportareal (mit den üblichen Lärmentwicklungen) hat auch schon anderen Kommunen erhebliche Probleme mit Anliegern beschert.

Für Kösters-Kraft haben die Gespräche, die Wehner und Vennemeyer vereinbart haben, auch noch eine andere Dimension. „Das zeigt: Wenn es hart auf hart kommt, führt doch der Bürgermeister die Verhandlungen und nicht die Wirtschaftsförderung.“ Das werte er als Beleg der Notwendigkeit, die Wirtschaftsförderung neu aufzustellen – wie von den Grünen und der CDU gefordert.

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