Keith Maitland will einen zweiten Pass beantragen
„Es ist schon jetzt Chaos, und es wird schlimmer“

Greven -

Als gebürtiger Schotte ist Keith Maitland besorgt über die aktuelle Entwicklung im Brexit. Er hofft auf ein unwahrscheinliches Ende im zweiten Referendum und betrachtet den Austritt von Großbritannien aus der EU pessimistisch, sagt er im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Simon Döbberthin.

Freitag, 25.01.2019, 07:38 Uhr aktualisiert: 25.01.2019, 16:57 Uhr
Ex-Manager Keith Maitland wohnt seit Jahrzehnten in Greven.
Ex-Manager Keith Maitland wohnt seit Jahrzehnten in Greven. Foto: Simon Döbberthin

Seit wann sind Sie schon in Greven?

Maitland : Ich bin seit 1983 in Greven. Zuerst hab ich in Reckenfeld gewohnt, und 2009 bin ich, nachdem meine erste Frau verstorben ist, nach Greven gezogen.

Was hat sich für Sie durch den Brexit verändert?

Maitland: Eigentlich hat sich bis jetzt noch nichts verändert – nur mein Verständnis. Ich kann es nicht verstehen, dass sie so daran festhalten, denn es wird schief gehen. Es ist jetzt schon ein Chaos, und es wird noch schlimmer. Die Leidtragenden werden die kleinen Mittelständer sein. Die Großkonzerne sind schon gewappnet, und es wird für die meisten kein Problem sein. Es existiert eine sehr große Verunsicherung im Moment, denn die Briten, die in Europa sind, wollen sich jetzt alle einbürgern lassen. Ich lasse mich auch einbürgern, nicht weil ich überzeugter Deutscher bin, sondern eher aus Bequemlichkeit. Ich hab keine Lust, jedes halbe Jahr zum Ausländermeldeamt zu rennen, um „Hallo, hier bin ich“ zu sagen.

Müssen Sie einen Einbürgerungstest machen?

Maitland: Rentner müssen keinen Einbürgerungstest mehr machen. Ich hätte mich auch sehr geärgert, wenn ich ihn hätte machen müssen. Ich spreche die Sprache fließend. Ich habe in der Geschäftsführung in Deutschland für zwanzig Jahre gearbeitet und hatte vierzig Jahre lang nur mit deutschen Kunden zu tun. Ich bin aber froh, dass es diese Regelung gibt, wobei es für mich etwas unverständlich ist – entweder man macht es für alle oder für keinen.

Beantragen Sie eine doppelte Staatsbürgerschaft?

Maitland: Ja, die will ich haben. Ich werde meine eigene Staatsangehörigkeit nicht aufgeben. Man hat mir gesagt, dass es überhaupt kein Thema ist – ich habe vor, es bis Februar über die Bühne zu kriegen. Ich denke, wenn man die Möglichkeit hat, dann sollte man es zumindest versuchen. Schaden tut es nicht.

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